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Verschwörungstheorien für paranoide Spinner

26/06/2007
von

Nach den verlorenen Daten beim Bund, ist schon wieder so ein negativer Tenor in den Medien zu vernehmen. Und das nur, weil volle 4 Jahre geheime Daten, bei einer Einrichtung mit einem nicht unerheblichen Budget, vernichtet wurden. Es gäbe ja auch sowieso keinerlei Gründe die Daten verschwinden zu lassen, weil sie ja lediglich im “Fall Kurnaz” gebraucht würden. Das die Bänder gleich gegrillt wurden, statt übliche Aufbewahrungsfristen einzuhalten, zeugt doch nur von Effizienz! Eigentlich zeigt die ganze Sache doch, dass die Regierung bereits fit ist für die VDS, immerhin lässt sich dann ja hoffen, dass die Daten dann auch längst gelöscht sind, bevor sie vielleicht missbräuchlich genutzt würden! ;) Auch reagierte man lediglich kostensparend, als man nicht wie sonst Datenretter einbestellte, nachdem die Bänder offenbar beschädigt vorgefunden wurden. Glasklar.

Problematisch sei auch, dass die defekten Bänder schon nach so kurzer Zeit zerstört worden seien. Normalerweise seien die Aufbewahrungsfristen länger.

tagesschau.de

Wenigstens spricht hier keiner von verdächtig! Wo kämen wir da hin…

Nach Angaben des SPD-Verteidigungsexperten Rainer Arnold spielt die Panne für den Fall Kurnaz aber keine Rolle. Es gebe keine Indikatoren, dass hochsensible Daten für die Untersuchung des Falles Kurnaz fehlen.

tagesschau.de

Alle Daten da, na also, wieder mal bloß unnötige Aufregung! Wer’s nicht glaubt, dass nix fehlt, kann ja die Daten durchsehen und er wird nix finden! Und der Rest der fehlenden 4 Jahre? Die Daten waren doch geheim, dass muss – genauer noch, DARF doch sowieso keiner wissen! So gesehen ist es eher verwunderlich das dieses geheime Zeug überhaupt gespeichert wird, jawohl!

Bernd Melchers, der Leiter der Datensicherung im Hochschulrechenzentrum der Freien Universität Berlin, unterstellt der Bundeswehr auf der Internetseite von “Report Mainz” Unprofessionalität. “Alles was fehlerfrei auf Bandkassetten geschrieben wurde, kann man innerhalb von 20 Jahren auch wieder auslesen”, so der Computerexperte. “Selbst wenn Staatssekretär Peter Wichert die Bänder aufgegessen hätte, würde professionelle Datenrettungsunternehmen nach der Verdauung den Inhalt wieder herstellen können.”

tagesschau.de

Was wissen diese Typen von den Unis schon, nur weil denen vermutlich noch nie Daten abhanden gekommen sind…

Peter Böhret, Europa-Chef des Datensicherungs-Unternehmens Kroll Ontrack sagte der dpa: «Dass von Hunderten von Bändern alle Daten komplett verloren sein sollen, das kann gar nicht sein.» Lediglich mit einem starken Magneten könnten Daten unter Umständen unwiederbringlich gelöscht werden. «So etwas geschieht aber in der Regel willentlich.»

rnz.de

Noch im November 2006 habe er einen Brief von Verteidigungs-Staatssekretär Peter Wichert bekommen, wonach der Verteidigungsausschuss des Bundestages über Einsätze der Eliteeinheit KSK im Ausland informiert werde, sagte der Grünen-Fraktionsvize Christian Ströbele der in Hannover erscheinenden “Neuen Presse”. “Darin steht keine Silbe davon, dass die Daten weg sind. Deshalb zweifle ich, ob das alles so richtig ist.” Möglich sei, dass die Bundeswehr versuche, “Informationen nicht nach außen zu geben”.

spiegel.de

Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger forderte von der Regierung eine lückenlose Aufklärung über die verschwundenen Daten. “Eine solche Schlamperei ist nicht hinnehmbar.” Es mache nachdenklich, dass ausgerechnet von solchen Daten keine zweite Sicherungsdatei angefertigt wurde.

spiegel.de

In die Tatsache, dass man alle elektronischen Kommunikationsdaten von 82 Millionen Menschen speichern will und nicht mal beim Bund mit ein paar Bändern fertig wird, darf man halt nicht zu viel reinlesen, basta.

Verschwunden sein sollen der “Berliner Zeitung” zufolge auch Berichte, die das “Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr” aus einem US-Geheimgefängnis im bosnischen Tuzla erhalten habe. An Verhören in Tuzla seien zumindest im Jahr 2001 auch Offiziere des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) widerrechtlich beteiligt gewesen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf einen BND-Bericht.

Mit Hilfe der verschwundenen Bestände hätte sich klären lassen, wer beteiligt war und wer davon wusste, zitierte das Blatt einen Sicherheitsexperten: “Dass die Informationen weg sind, dürfte einige Verantwortliche von damals erleichtern.”

spiegel.de

So mancher wird sich jetzt ärgern seine Daten nicht bei der Bundeswehr gespeichert zu haben. :P Marktpotentiale erkennen!

Weiterlesen:

Experten bezweifeln versehentliche Datenlöschung

Experten glauben nicht an eine Panne

Zweifel an Gründen für Bundeswehr-Datenverlust wachsen

Panne oder Absicht?

Datenvernichter am Pranger

Zweifel an Datenpanne bei der Bundeswehr

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2 Kommentare leave one →
  1. 26/06/2007 7:55 nachmittags

    Jaja, alles richtig! Und außerdem: “Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen!” Das haben die Lehrer früher doch auch immer geglaubt. Und wenn es heutzutage nicht der Hund ist, dann mindestens der islamische Terrorist, der gern mal vorbeischaut auf einen kurzen Datenklau oder natürlich, Dr. Wolfgang Schnüffelinnenmeister sei diese Erkenntnis gedankt, irgendwelche Marsmännchen, die sind doch ganz scharf auf Datenbänder und die fiese Magnethändchen von denen lassen all die so wenig relevanten Unterlagen (frei nach der Einschätzung vom SPD-Untersuchungsmann Arnold) dahingehen. Sei es drum. Die Herren KSK-Söldner, Staatssekretäre, Militärgeheimdienstler und wer auch immer noch so reine weiße (bzw. rein-olivfarbene) Westen haben, werden sich freuen. Haben sie doch wieder mehr Platz für die wahren Verdächtigen dieser Republik! Nämlich uns Bürgern…

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  1. 24stunden.de

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