Archiv für September 2007

Holland: keine Wahlcomputer mehr

September 28, 2007

In Holland, dem europäischen “Mutterland” der Wahlcomputer wurde jetzt entschieden, die Wahlcomputer wieder abzuschaffen.

“Dass selbst im Mutterland der NEDAP-Wahlcomputer die Bedenken über die bekannt gewordenen prinzipiellen Probleme mit Computer-Wahlen zu entschiedenem Handeln der Regierung führen, verdeutlicht, wie ernst die Situation ist. Die Bundesregierung sollte die niederländische Entscheidung zum Anlass nehmen, die Zulassung der Wahlcomputer noch vor den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen zurückzuziehen, auch um eine internationale Blamage zu vermeiden”, sagte Dirk Engling, Sprecher des Chaos Computer Club.

Jetzt kann man nur noch hoffen das Deutschland bald folgt und die demokratiefeindlichen Wahlcomputer endgültig verbietet!

Bestellen und Verschicken: Das Grundgesetz

September 28, 2007

Ist ein Mann noch beeinflussbar, der gerne mit Aussagen wie

Ein paar Monate Haft haben schon manchen bewegt auszupacken, damit arbeitet die deutsche Strafverfolgung doch auch.

Telepolis

verdeutlicht wo er steht? Die Leute hinter dieser Aktion denken ja und schicken deshalb das gedruckte Grundgesetz an das Innenministerium, auf das Schäuble es lesen möge. Wir wünschen viel Erfolg.

Scoring sogar schon im Firmennamen

September 27, 2007

Informationen zu Ihrem bisherigen Zahlungsverhalten beziehen wir von der InFoScore Consumer Data GmbH, Rheinstr. 99, 76532 Baden-Baden. Ergänzend beziehen wir über Sie Bonitätsinformationen auf der Basis mathematisch-statistischer Verfahren von der Informa Unternehmensberatung GmbH, Rheinstrasse 99, 76532 Baden-Baden.

Was ist nur aus meiner guten alten Schufa geworden?

InFoScore Consumer Data GmbH gehört zur InFoScore-Gruppe in Baden-Baden mit fast 1.000 Mitarbeitern und betreibt die größte Datenbank mit Negativdaten über Privatpersonen und Gewerbetreibende in Deutschland.

I see

Mir wird ganz warm ums Herz. :D

Und da sag noch mal einer, Bücher im Laden zu kaufen hätte keinerlei Vorteile mehr. :) Hallo, 5er auf den Tisch, Ciao.

Dich speichern wir auch noch

September 24, 2007

Was Datenschützer befürchten und Politiker bestreiten, ist in zwei internen Dokumenten des European Telecom Standards Institute [ETSI] bereits festgeschrieben. Es handelt sich um technische Normen für flächendeckendes Data-Mining in Telefonie-Verkehrsdaten, die im Zuge der “Vorratsdatenspeicherung” gesammelt werden.

[...]

Zwei interne ETSI-Dokumente, die ORF.at vorliegen, demonstrieren sehr anschaulich, wie der Überwachungsstaat “demokratischer” Prägung in naher Zukunft aussehen wird.

[...]

Es handelt sich dabei um die technische Standardisierung von Data-Mining in den Verkehrsdaten aller Telefonieteilnehmer. Das bedeutet: In naher Zukunft können normierte Vollsuchen samt dem Einsatz von “Wildcards” über den gesamten Datenbestand von Telekommunikationsverkehrsdaten gefahren werden.

[...]

Durch die Analyse der Verkehrsdaten - wer mit wem wann wo kommuniziert hat - lassen sich nicht nur komplette Personenprofile erstellen, sie ermöglicht auch die Erfassung von Gruppenkommunikation. Die Auswertungsmethoden und -programme sind mittlerweile dermaßen verfeinert, dass eine Person durch eine Kommunikationsanalyse ihrer Verkehrsdaten gleichsam nackt ausgezogen wird.

futurezone.orf.at

Macht das jetzt alle die was anderes behauptet haben zu Lügnern, oder alle die es geglaubt haben zu Trotteln? Oder beides?

Richtig einfach

September 24, 2007

Zunächst fragte sie bravourös den nach Aufzeichnung der Sendung ein Flugzeug nach Washington besteigenden Wolfgang Schäuble: Falls seine Maschine von Terroristen entführt werden würde, «wären Sie dann mit einem Abschuss einverstanden?»

[...]

Und was sagte Schäuble? Dass er natürlich damit einverstanden sei? Er, der Hardliner in Merkels Mannschaft, der die Forderung seines Kabinettskollegen Jung unterstützt! Weit gefehlt! Schäuble seufzte einmal tief, ließ quälend lang Sekunden verstreichen, um schließlich zu entgegnen: «Wissen Sie, diese theoretischen Diskussion sind immer richtig schwierig.»

netzeitung.de

Hat hier etwa jemand ernsthaft geglaubt, dass er selbst abgeschossen werden möchte? HAHA!

Gegen Ende der Sendung wurde ein Geheimnis gelüftet, das mir eine Gänsehaut einjagte. Bereits in 250 Fällen waren über dem Bundesgebiet Flugzeuge vom vorgeschriebenen Kurs abgekommen, so dass Abfangjäger der Luftwaffe aufsteigen mussten. Hinterher stellten sich die Kursabweichungen als harmlos heraus. Aber wehe, einer der Piloten hätte die Nerven verloren, oder in seiner Beflissenheit gar der Verteidigungsminister.

netzeitung.de

Lässt sich der Irrsinn dieser Idee noch besser aufzeigen? Auch wenn es hart auf hart käme, ließe sich vermutlich sowieso keine Entscheidung fällen, da der Ernstfall kaum von üblichen Schnitzern zu unterscheiden wäre. Selbst wenn das Grundgesetz das Abwiegen von Leben gegen Leben erlauben würde.

Nach der “Freiheit statt Angst” Demo

September 24, 2007

Da die Demo am Samstag von rund 15.000 Teilnehmern besucht wurde, kann sie absolut als Erfolg gewertet werden. Handelt es sich doch um die sicherlich größte Demo in Sachen Datenschutz seit der Volkszählung in den 80er Jahren. Die eher ernüchternden Details waren anderer Natur und zeigten sich später, vor allem im Verhalten der Medien, die eigentlich als Kontrollinstanz aktiv sein sollten. Wer es verpasst hat, muss dennoch nicht auf Bilder und Eindrücke von der Veranstaltung verzichten.

Das Ende ist nah!

September 22, 2007

Christoph Süß in seinem Süßstoff der Woche zum Thema “Übergesetzlicher Notstand“.

Etwas älter, vom Juli, die Sendung zu “Schäuble“.

Biometrie” war ein Thema im April.

Ein samstäglicher Podcast von Bayern2Radio.

Bayern von Ho Ho Hochseeterrorismus bedroht!

September 21, 2007

Jedenfalls warnt Günther Beckstein vor Terror-Booten. :D Vielleicht rudert auch deshalb der Schäuble zurück. Auf dem Wasser ist es halt nicht länger sicher!

Und wie immer sind die Aussagen zum Atomangriff ([...] „Es hat keinen Zweck, dass wir uns die verbleibende Zeit auch noch verderben [...]) natürlich völlig falsch gedeutet worden…

Eine entsprechende Interviewpassage vom vorigen Wochenende sei zugespitzter freigegeben worden als sie der Minister gemeint habe, sagte ein Sprecher seines Ministeriums am Freitag in Berlin.

rundschau-online.de

Bloß keine Fragen stellen

September 20, 2007

An einer Universität in Florida/USA wurde ein Student von sechs (!) Polizeibeamten niedergerungen und mit Elektroschocks traktiert weil er unbequeme Fragen gestellt hat!

Zu Gast war Senator John Kerry (ja der Kerry der meinte wenn die jugendlichen nichts in der Schule lernen werden sie in den Irak geschickt)

Auf YouTube sind einige Videos aufgetaucht die den Vorfall dokumentieren. John Kerry meinte später, er hätte mit der Sache nichts zu tun gehabt und deswegen nichts dagegen unternommen.

 

Weiterführende Links:

Elektroschockwaffen zur Disziplinierung

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,506950,00.html

Elektroschocks für lange Redenszeit

Stress wegen Schäublone

September 20, 2007

Thomas K., ein Student aus München, hatte schon seit April 2007 eines der Stasi 2.0 Logos mit Schäubles Gesicht in seinem Auto, dass Surfer längst von sehr vielen Seiten kennen. Als 4 Beamte zufällig das Bild sahen, witterten diese einen “Anfangsverdacht auf Beleidigung”, also kam es zur Anzeige nebst Beschlagnahmung des Bildes. Einen Beleg erhielt K. nicht. Natürlich ging es auch zur Wache, wo der Student 3 Stunden warten musste. Allerdings musste er sich nicht ausziehen. Seitdem schwebt diese Anzeige wie ein Damoklesschwert über seinem Kopf, was weiterhin in der Sache passieren wird, muss die Zeit zeigen.

Ja, “nackt” schreibt sich mit “c” vor dem “k”

September 20, 2007

Ich fand es war an der Zeit das endlich mal zu klären. Im Ernst, gäbe es nicht so viele Leute die nach “16-jährige nakt” suchen würden, hätten wir hier gar keine Hits (ah, ich liebe Blogs, wo sonst sollte man Einträge wie diesen lesen!).

Aber das ist noch nicht alles, dieses Mal schaffen wir es sogar die 16-jährige zu unterbieten! Nämlich mit einer 15-jährigen! Das ist (2006) in Zürich passiert:

Die Zürcher Stadtpolizei hält es für legitim, 15-jährige Mädchen auf dem Posten nackt auszuziehen, die sie beim Kiffen erwischt hat.

tagesanzeiger.ch

Genau - kiffen und dann runter mit den Klamotten!

Weil eines der Mädchen keine Identitätskarte bei sich hatte, forderten die Polizisten es auf, mit auf die nahe Hauptwache Urania zu kommen.

Weil eins ist ja klar, nur Terroristen haben keine Ausweise bei sich, stimmts? (Eigentlich nein, die 9/11 Täter waren alle legal da… Aber kein Grund kleinlich zu sein! Sowas muss schon seine Ordnung haben!)

Nach längerer Wartezeit auf dem Posten musste das erste Mädchen in einen kleinen fensterlosen Raum eintreten, in dem eine Polizistin in Uniform wartete. Sie befahl dem Mädchen, sich völlig nackt auszuziehen, verweigerte aber jede Information zu den Gründen. Sie erlaubte ihm nicht einmal, die Brüste mit den Händen zu bedecken. Es musste die Arme waagrecht ausstrecken.

Das 15 Jahre alte Mädchen musste sich doch auch nur ausziehen und durfte nichts verdecken, sowas soll man jetzt schon begründen müssen??? Also wirklich…

Die beiden andern Mädchen erlebten genau dasselbe. Sie empfanden das Prozedere übereinstimmend als erniedrigend.

Danach wurden die Mädchen einzeln von Polizisten befragt, wobei der jüngere als «good guy» auftrat und der ältere als «bad guy». Die Schülerinnen wurden nicht auf ihr Recht hingewiesen, ohne Beistand die Aussage zu verweigern. In der Befragung ging es ums Kiffen, aber auch um die psychologischen Konstellationen in der Familie, ob sie einen Freund hätten, ob sie mit ihm Geschlechtsverkehr hätten, was ihre Hobbys seien, wie sich ihr Freundeskreis zusammensetze und wie es mit den Erziehungsgrundsätzen und mit dem Taschengeld aussehe.

Scheisse, wie krank ist das denn. Deshalb lese ich die Nachrichten so gerne, ohne das offiziell zu erfahren würde man so einen Kram ja nie glauben! Aber ich schätze das wird alles ordentlich in die Datei für “sexuelles Verhalten Minderjähriger” eingetragen. Und dann nie mehr gelöscht.

Das ruppige Vorgehen der Polizistin erklärt Polizeisprecher Michael Wirz mit der «Arbeitsteiligkeit» auf dem Posten. Die Frau habe an jenem Tag alle Leibesvisitationen routinemässig vorgenommen und dabei wohl nicht zwischen Mädchen und Frauen, problematischen und unproblematischen Leuten unterschieden.

Sprich, man wird in jedem Fall wie der schlimmste aller Straftäter behandelt. Cool!

Jugendliche, die gegen das Gesetz verstossen, müssten damit rechnen, vor allem, wenn sie jünger als 16 Jahre alt seien.

Wären die Mädels also 17 und älter gewesen hätte man sie eher nicht ausgezogen. Was dazu die kriminalistische Erfahrung wohl so sagt. :D

Es sei gut, solche Rückmeldungen zu erhalten: «Daraus können wir unsere Lehren ziehen.» Man wolle die Erkenntnisse in die Ausbildung einfliessen lassen.

Wolle, nicht wird. :P

Daniel Isenring von der Suchtpräventionsstelle Samowar in Meilen sagt, wenn sich Jugendliche auf dem Polizeiposten nackt ausziehen müssten, laufe dies auf eine Beschämung hinaus, erzeuge Widerstand, provoziere Wut und habe nur zur Folge, dass Vorurteile gegenüber der Polizei verfestigt würden. Sinnvoller wäre es, den Jugendlichen klar zu machen, worin ihr Fehlverhalten bestehe - und dann die Eltern zu bitten, ihr Kind vom Polizeiposten abzuholen. Damit binde man sie in die Verantwortung mit ein.

tagesanzeiger.ch

Amen.

Bayern 2 Tagesgespräch: Terrorabwehr

September 19, 2007

Terrorabwehr - 17.09.2007

Zum Abschuss freigegeben: Wie weit soll man im Terrorfall gehen? Mod. Stephanie Heinzeller Gast. Rainer Arnold, Verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

Download des Tagesgesprächs.

Schlechter Stil

September 18, 2007

Wenn man sich anschaut, wie die etablierten Medien oft mit vielem umgehen, was neuer ist als das gedruckte Buch, rollen sich den kundigen Netzbürgern ja regelmäßig die Fußnägel hoch. “Umgekehrte Kompetenz” (jaaa ich kenne den Begriff Inkompetenz und benutze trotzdem was ich will…) hat die ARD ja bereits bei den Panorama Sendungen über sogenannte Killerspiele demonstriert, auf eine Weise die themenfremden Menschen wirklich viel FUD eintrichtert. Schließlich glauben arglose Menschen, die sich mit etwas noch nicht befasst haben, solchen Sendungen und HEY, es ist doch immerhin die ARD! Wer vermutet schon aus der Richtung Bullshit erzählt zu bekommen? Für die bezahlt man doch sogar GEZ! Wie man dort vermutlich eingestellt ist, zeigte sich dieses Mal in einem Tatort Krimi. Die Handlung des Films kombinierte offenbar “geschickt” Pädophile mit dem Internet, indem ein IRC Channel gezeigt wurde - der aber nicht eigens für den Film angelegt war, sondern man präsentierte stattdessen den echten Kanotix Channel von irc.freenode.net… Es ist an dieser Stelle auch recht egal, ob diese Suggestion gewollt war oder nicht, trotz der Tatsache das es hier um ein überstrapaziertes Reizthema geht, dass oft nur dazu dienen soll was auch immer durchzusetzen, genügt es bei der Masse immer noch vollkommen, um das Hirn soweit auszuschalten, dass vernünftiges Debattieren nicht mehr drin ist. Was denkt sich wohl ein unbedarfter Zuschauer dieses Films, wenn ihm jemand am nächsten Tag erzählt er sei Kanotix User? Na? Genau, daher erlaube ich mir mal etwas zu dramatisieren.

Siehe auch:

Für die ARD sind Linux-Chats Pädophilen-Treffpunkte

ARD zeigt Linux Chat als Plattform für Pädophile

ARD Tatort beleidigt #Kanotix (user)

TOR Exit Nodes sind gefährlich

September 17, 2007

Und zwar für den Betreiber. Nichts neues, aber immer wieder interessant zu lesen, worauf man sich im schlimmsten Fall einlässt. Wie so oft sind die echten Probleme und Schwachstellen bei sowas keine technischen, denn dem Betreiber eines Exit Nodes, der deshalb seinen Dienst einstellt, kann schließlich auch kein Vorwurf gemacht werden.

Heimlich Aktualisiert

September 14, 2007

Da hat er irgendwie recht, oder? Wenn man es ganz extrem sieht, ist das gar eine Sicherheitslücke. Patches installieren obwohl es eigentlich auf Benachrichtigung steht? In Zeiten wie diesen kann das das Vertrauen in die gesamte Plattform in Frage stellen. DIE erfahren von dieser Möglichkeit immerhin auch und haben sicherlich höchstes Interesse daran. Klingt zu verrückt? Gut möglich, ganz abwegig ist sowas aber leider nicht. Sowieso schon übertragen wird:

- Erfolg oder Misserfolg einer Patchinstallation
- Computerhersteller/Modell - was auch immer das bei einem Eigenbau bedeuten würde
- Versionsnummern des OS, Browsers und sonstiger Software (nur?) von MS
- Plug’n'Play IDs von Hardware
- Regions- und Spracheinstellungen
- Globally Unique Identifier (GUID)
- Produkt-ID nebst Seriennummern
- eine unbekannte Anzahl an Informationen die sich aus dem BIOS auslesen lassen
- die Produktschlüssel werden (angeblich) nur gelöscht, wenn sie als legale Versionen erkannt werden, alle invalids bleiben gespeichert

das sind nicht wenige Informationen, die immer bei der Installation eines Patches gezogen werden. Wenn man jetzt noch weiterspinnt, dass z.b. Vista eine Desktopsuche serienmäßig eingebaut hat, würde es schon genügen sich den Index dieser Software zu übertragen und man hätte bereits Kenntnis über jede vorhandene Datei auf der Festplatte eines Benutzers. Der Unterschied ist hier einfach, dass man normalerweise nicht sicher sein kann, ob ein Nutzer eine bestimmte Software installiert hat, aber wenn es ein Bestandteil des Systems ist, genügt es ja zu wissen welches/ob dieses OS installiert ist. Davon abgesehen ist sowas außerhalb staatlichen Rahmens schon passiert [1].

[1]

Anfang Juli sorgte das vorwiegend für die Motion Picture Association of America (MPAA) tätige Unternehmen MediaDefender für Schlagzeilen, als herauskam, dass es über die Website MiiVi.com Anwender zum Upload aktueller Filme ermunterte und über die Seite zudem als Dowload-Client getarnte Spyware verteilte. Diese durchsuchte auf den installierten Rechnern die Festplatten und meldete die Ergebnisse über das Internet weiter.

heise.de