Archiv für November 2007

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November 27, 2007

Steuerdaten von 25 Millionen Briten verloren gegangen

November 21, 2007

[...]Der britischen Steuerbehörde sind sämtliche Daten der Empfänger von Kindergeld abhanden gekommen. Es geht dabei um 7,25 Millionen Familien, insgesamt 25 Millionen Menschen - fast die halbe Nation. Ihre Namen, Bankverbindungen, Adressen, Geburtsdaten und Sozialversicherungsnummern waren auf zwei CDs enthalten[...]

taz.de

Interessant das die Daten des halben Volks auf 2 CDs passen.

Datenschutz auf Bayern 1

November 16, 2007

Bayern 1 Radio beschäftigt sich am morgigen Samstag den ganzen Vormittag zum Thema Datenschutz, Datenvorratsspeicherung usw.

“Wie gläsern sind wir schon?” fragt Bayern 1 am Samstag zwischen 7.00 und 12.00 Uhr. Zu Gast im Studio sind der Bayerische Datenschützbauftragte Karl-Michael Betzl, BR-online-Experte Volker Matthies und BR-Polizeireporter Henning Pfeifer.

Ob diese Sendung später als Podcast vorliegt, wie viele andere Sendungen, weiß ich nicht. Daher am besten Live rein hören (UKW, Astra Digital) oder einfach aufzeichnen.

Weitere Informationen

Thierse bittet um Verzeihung?

November 16, 2007

Wolfgang ‚Ich sage ja zur Vorratsdatenspeicherung’ Thierse, Bundestags-Vizepräsident, hat sich einen verbalen Ausrutscher zum Thema Müntes Frau/Kohls Frau erlaubt. Bekanntlich hat sich ja die Frau von Helmut Kohl, Hannelore Kohl, 2001 das Leben genommen.
Google News findet fast 600 Online-Artikel zu diesen kleinen Skandal!

Okay, war geschmacklos! Aber, wen interessiert’s?

Sehr viel skandalöser ist doch, dass Herr Thierse seine Ja-Stimme zur Vorratsdatenspeicherung gegeben hat. Ausgerechnet Thierse.

Aber da haben sich ein paar andere SPDler auch schon entschuldigt

Komischerweise findet diese Tatsache in den Medien kaum oder gar keine Beachtung.

Polizei gibt Rechner Beschuldigter zur Durchsuchung an die Musikindustrie

November 16, 2007

Nach Angaben des Hamburger Musikindustrie-Anwalts Clemens Rasch schicken Polizeibehörden in Verfahren gegen Personen, denen der nicht lizenzierte Upload von Musikdateien in Filesharing-Netzwerke vorgeworfen wird, bei Hausdurchsuchungen sichergestellte Rechner an Raschs Firma proMedia GmbH, die als “Piratenjäger” der Musikindustrie arbeitet. Bei proMedia werden laut Auskunft des Anwalts die Festplatten gespiegelt und die gespiegelten Kopien “ausgewertet”.

heise.de

Bei solchen Sachen fehlen mir immer die Worte. Es will mir nicht in den Kopf wie es sein kann, dass man nicht nur eine private Stelle diesen Job machen lässt, sondern ausgerechnet auch noch die Partei in deren Interesse lediglich die Verurteilung des Beschuldigten liegt. Wer glaubt denn das den Ergebnissen zu vertrauen ist? Diese Firma kann nicht nur den Platteninhalt beliebig verändern, sondern bekommt gleich außerdem noch Vollzugriff auf alle anderen privaten Daten. Bravo, wenn da kein Zusatzgeschäft drin ist. Kann man die informationelle Selbstbestimmung (Kontrolle darüber wer was über die eigene Person weiß) noch mehr pervertieren? Jetzt fehlt ja nur noch die Privatisierung des Justizsystems, damit die Musikindustrie auch die Verurteilung gleich selbst vornehmen kann. Die meisten Aufträge bekommt das Gericht, das am schnellsten (ver-) urteilt…

Wie viele Bereiche gibt es noch, in denen die Beweissicherung längst nicht mehr von der Polizei erledigt wird?

Zustimmung “Trotz schwerwiegender politischer und verfassungsrechtlicher Bedenken”

November 13, 2007

Wer sich mit politischen Prozessen in ihrer vollen Armseligkeit beschäftigen möchte, sollte keinesfalls diese Sache verpassen: Am Freitag (09.11.2007) wurde ja die VDS im Bundestag abgenickt - 26 SPD Politiker haben neben ihrer Zustimmung eine Zusatzerklärung abgegeben in der es u.a. darum geht, dass sie trotz ihres Votums schwerwiegende Bedenken gegen dieses Gesetz haben. Es wird gar offen zugegeben, dass die Politik die Verantwortung, verfassungsgemäß zu handeln, lieber direkt an das Bundesverfassungsgericht abschiebt, statt sich selbst eben darum zu bemühen.

Trotz schwerwiegender politischer und verfassungsrechtlicher Bedenken werden wir im Ergebnis dem Gesetzentwurf aus folgenden Erwägungen zustimmen.

Seite 13032

ePass wird nicht teurer?

November 7, 2007

Seit 1. November muss man bei den Meldebehörden, ganz der Salamitaktik entsprechend, Fingerabdrücke abgeben wenn man einen neuen Reisepass beantragt. Diese werden dann im RFID Chip gespeichert.

In einigen Tageszeitungen las ich, dass die Pässe dadurch nicht teurer werden! Auch Online zu finden.

Da möchte ich doch mal uns selber zitieren

das der Pass ab 1. November 2005 von 26 Euro auf 59 Euro angehoben wurde und das einfach nicht durch die Änderungen (billiger Chip im Passdeckel) zu begründen ist

Bürger unter 24 Jahren zahlen für den Pass “nur” 37,50 Euro. Dafür gilt dieser auch nur 6 Jahre…

Now and Then – Heute und damals

November 3, 2007

Beim Stöbern in alten PC-Zeitschriften fiel mir die „Happy Computer“ 12/89, herausgegeben vom damaligen Markt & Technik Verlag, in die Hände. Beim Blättern und schwelgen in alten Erinnerungen (DOSenöffner Floppy 5 ¼“ für 450 Mark bis hin zur A501 1Mbit Amiga-Speichererweiterungskarte für 300 Mark!).

Natürlich gab es damals auch private Kleinanzeigen. Mehr (jugendliche) Geeks als Freaks verkauften, kaufen und – tauschten. Ganz öffentlich. Folgende Anzeige musste ich erstmal zweimal lesen, so unglaublich, aus heutiger verschäubleter Sicht, ist das:

tauschpartner.jpg

Diese Anzeige ist auch kein Einzelfall. Ca. 20% aller Anzeigen lauten so oder so ähnlich.

Damals interessierte es halt niemanden wenn auf dem Schulhof, oder sogar in Fachzeitschriften, die Kids ein paar Disketten tauschten, deren monatliches Taschengeld ohnehin nur für ein paar Comics gereicht hätte.

Doch wenn es nach der Musik- und Filmindustrie ginge würden sie heutzutage™ dem Anzeigenaufgeber eine saftige Abmahnung schicken, er würde gevierteilt, als Verbrecher tituliert und überhaupt.
Am besten, alle Schulhöfe mit Mauern umgeben, sind eh alles nur Verbrecher!
Und jeder DVD Käufer wird beim einlegen der DVD (Raubkopierer sind Verbrecher) präventiv pauschal als potentieller Verbrecher, im Industriejargon, gebranntmarkt. Das macht bestimmt Laune weitere DVDs zu kaufen. Ganz bestimmt! Sowas nennt man Kundenbindung! Jawohl!

Und weil wir gerade bei der guten, alten Zeit™ sind.

Da wünscht man sich doch den kalten 80er Krieg zurück. Da wusste man noch, was Sache war. Ost gegen West. Warschauer Pakt gegen Nato. Gut gegen böse, Haha. Aber moment, auch in den 80er war ja Schäuble schon ein hohes Tier. Und ganz bestimmt hatte er damals schon die selben Gedankegänge wie heute.
Nur im Unterschied zu heute konnte er sie damals nur in feuchten Träumen ausleben.

Verkettung digitaler Identitäten

November 2, 2007

Schon mal in diversen Foren mit dem gleichen Namen angemeldet? Die selbe Mail Adresse zur Anmeldung bei mehreren Diensten genutzt? In verschiedenen Blogs eine Geschichte aus dem Privatleben zweimal erzählt? Alles Beispiele wie Aktivitäten bei normal nicht zusammenhängenden Diensten, die Nutzer oft gedanklich getrennt sehen, zu einem Bild verknüpft werden können. Das unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein und der Forschungsbereich Datenschutz und Datensicherheit der TU Dresden haben über diese Thematik einen Report erstellt, der auch als PDF erhältlich ist.

Frau Browser

November 2, 2007

Äh Zypries geht es ähnlich wie mir:

“Ich habe mich daran gestört, dass bei denen, die sich darüber äußern, wenig Sachkunde vorhanden ist”

heise.de

Wer hätte das gedacht? Ich nicht! Aber Moment… Hä?

Die beim Europäischen Gerichtshof anhängige Klage gegen die Richtlinie allein werde hierzulande gegen das Umsetzungsgesetz “keine Wirkung” entfalten. Der Bundestag könne vielmehr frei entscheiden, ob er dieses nach einem Kassieren der Vorlage außer Kraft setzen wolle oder nicht.

heise.de

Wenn die EU entscheidet das die VDS umzusetzen ist muss es gemacht werden, wenn die EU anders entscheidet, muss man sich doch deswegen noch lange nicht daran halten. Exzellentes System.

Leistungsfähigkeit nicht gefährden

November 2, 2007

Nicht umsonst war Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble als Redner geladen. Eigentlich hat er als oberster Dienstherr der Polizei mit dem BND nichts zu tun. Doch nicht nur er ist der Meinung, dass dies anders sein sollte. Schäubles Anwesenheit, so sagte Uhrlau, sei das beste Beispiel, dass die klassische Ordnung, die zwischen innen und außen trennt, so nicht mehr existiere.

[...]

Überhaupt scheint Schäuble die Vorgaben des demokratischen Rechtsstaates für eher hinderlich zu halten. Denn anschließend sagte er etwas, was in dem Saal voller Geheimdienstler zu spontanem Applaus führte: „Wir sollten die Leistungsfähigkeit des Bundesnachrichtendienstes nicht durch parlamentarische Untersuchungsausschüsse gefährden.“

zeit.de

Chaosradio 129: Big Brother Awards 2007

November 2, 2007

Die Big Brother Awards sind eine Negativ-Auszeichnung für Firmen, Politiker und Behörden, die sich ganz besonders um die Verletzung des Datenschutzes und der Privatsphäre verdient gemacht haben. Der Chaos Computer Club ist Teil der Jury, die dieses Jahr unter fast 500 Vorschlägen die Preisträger in acht Kategorien ausgewählt hat.

chaosradio.ccc.de

Als wäre das noch nicht genug, gibt es gleichzeitig noch einen neuen Chaosradio Express Podcast zum Wahlstift in Hamburg.

Scotland Yard für Erschießung des Unschuldigen Jean Charles de Menezes zu Geldstrafe verurteilt

November 1, 2007

*** Im Kampf gegen den Terror müssen Opfer gebracht werden. Der Brasilianer Jean Charles de Menezes war solch ein Opfer. Für seine Ermordung muss die London Metropolitan Police nun 175.000 englische Pfund an die Hinterbliebenen zahlen. Die Ermittler rekonstruierten Details, die eigentlich nur bei Monty Python im Drehbuch stehen. So mussten die ausrückenden Spezialisten unterwegs tanken. De Menezes wurde daher von Polizisten getötet, die über keinerlei Erfahrungen im Umgang mit potenziellen Attentätern verfügten. Der Brasilianer wurde zum Terroristen, weil er in einem Haus zusammen mit Hussain Osman wohnte. Der Spezialist vom Erkennungsdienst war pinkeln, als de Menezes das Haus verließ. In der U-Bahn funktionierten wiederum die tollen Digitalfunkgeräte nicht, die die unerfahrenen Polizisten stoppen sollten. Schreiße aber auch.

WwWw

Scotland Yard wegen Erschießung eines Unschuldigen verurteilt

Scotland Yard muss zahlen

Geldstrafe für Tötung eines Unschuldigen

Britische Polizei wegen Todesschüssen verurteilt