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Now and Then – Heute und damals

03/11/2007

Beim Stöbern in alten PC-Zeitschriften fiel mir die „Happy Computer“ 12/89, herausgegeben vom damaligen Markt & Technik Verlag, in die Hände. Beim Blättern und schwelgen in alten Erinnerungen (DOSenöffner Floppy 5 ¼“ für 450 Mark bis hin zur A501 1Mbit Amiga-Speichererweiterungskarte für 300 Mark!).

Natürlich gab es damals auch private Kleinanzeigen. Mehr (jugendliche) Geeks als Freaks verkauften, kaufen und – tauschten. Ganz öffentlich. Folgende Anzeige musste ich erstmal zweimal lesen, so unglaublich, aus heutiger verschäubleter Sicht, ist das:

tauschpartner.jpg

Diese Anzeige ist auch kein Einzelfall. Ca. 20% aller Anzeigen lauten so oder so ähnlich.

Damals interessierte es halt niemanden wenn auf dem Schulhof, oder sogar in Fachzeitschriften, die Kids ein paar Disketten tauschten, deren monatliches Taschengeld ohnehin nur für ein paar Comics gereicht hätte.

Doch wenn es nach der Musik- und Filmindustrie ginge würden sie heutzutage™ dem Anzeigenaufgeber eine saftige Abmahnung schicken, er würde gevierteilt, als Verbrecher tituliert und überhaupt.
Am besten, alle Schulhöfe mit Mauern umgeben, sind eh alles nur Verbrecher!
Und jeder DVD Käufer wird beim einlegen der DVD (Raubkopierer sind Verbrecher) präventiv pauschal als potentieller Verbrecher, im Industriejargon, gebranntmarkt. Das macht bestimmt Laune weitere DVDs zu kaufen. Ganz bestimmt! Sowas nennt man Kundenbindung! Jawohl!

Und weil wir gerade bei der guten, alten Zeit™ sind.

Da wünscht man sich doch den kalten 80er Krieg zurück. Da wusste man noch, was Sache war. Ost gegen West. Warschauer Pakt gegen Nato. Gut gegen böse, Haha. Aber moment, auch in den 80er war ja Schäuble schon ein hohes Tier. Und ganz bestimmt hatte er damals schon die selben Gedankegänge wie heute.
Nur im Unterschied zu heute konnte er sie damals nur in feuchten Träumen ausleben.

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3 Kommentare leave one →
  1. 03/11/2007 12:36 nachmittags

    Da man im Alter konservativer wird und iA. größere Sorgen um die (eigene) Sicherheit hat, wird Herr Schäuble in den 80iger Jahren die Gedanken, die er jetzt mit sich herumträgt noch nicht gehabt haben.

  2. 03/11/2007 5:05 nachmittags

    Ich weiß nicht, ob es wirklich so ist das man im Alter konservativer wird. Vielleicht werden einige radikaler. Das mag sein. Und daher kehrt sich der konservatismus mehr nach aussen und wird mehr bzw. überhaupt wahrgenommen. Aber ich glaube, dass man später nichts wird, zumindest nicht so radikal, was zuvor in jüngeren Jahren nicht auch schon in da war.

  3. Niemand permalink
    03/11/2007 10:13 nachmittags

    Aus meinem Umfeld kenne ich es auch nicht, dass man mit dem Alter konservativer wird. Auf der Schule war es schon so, dass mit leuchtenden Augen vom Bausparen gesprochen wurde, dass Multi-Kulti die Hölle auf Erden darstellen würde und Frauen nur für eine einzige Sache zu gebrauchen seien… Mit 20 war dann schon Leistung und Rente eines der wiederkehrenden Alltagsgespräche. Was über Homosexualität und ähnliches Usus war will ich nicht mal wiedergeben. Das ging sogar mir als “leichtem” Homophob schon zu weit. Daher stehe ich auch immer nur kopfschüttelnd vor Artikeln, in denen von einem “Linksruck” der Gesellschaft gesprochen wird. Dabei muss es sich wohl um eine Parallelgesellschaft handeln. Zwar würde es mich freuen, wenn mein Umfeld alles andere als repräsentativ wäre, aber ich glaube nicht wirklich daran. Vielmehr macht alles auf mich den Eindruck, dass Menschen ihre konservative Grundhaltung gar nicht mehr als solche erkennen.

    Vorfälle wie die Sache mit Beck “Haare schneiden + waschen = Job” sind gute Beispiele dafür, das konservative Werte längst überall in den deutschen Wohnzimmern angekommen sind. Die Reaktion darauf war vielerorts “der hat doch Recht”, “schaut doch wie der aussieht”, “ist doch nicht schlimm was der Beck gesagt hat”, “worüber will der sich denn noch aufregen”, “wieso diskutiert man das überhaupt noch”… In den 80igern hätte das vermutlich noch eine andere Reaktion ausgelöst. Einfach deswegen, weil man den Spruch auch so sehen kann, dass damit alle Arbeitslosen als ungepflegt dargestellt werden, denn wären sie es nicht, hätten sie ja einen Job. Was natürlich totaler Quatsch ist. Die absolute Mehrheit der Arbeitslosen hat ja nicht deshalb keinen Job, weil sie zum falschen Friseur gehen… Aber Sachverhalte dennoch so in die Öffentlichkeit zu bringen, ist in Deutschland inzwischen problemlos mehrheitsfähig. Man sieht ja auch, wie sich Leute zwar über so manchen (angeblichen) “Sozialschmarotzer” bestens aufregen können, aber z.B. korrupte Politiker, die nicht selten höheren Schaden anrichten (als sehr viele ALGII Empfänger an Leistungen bekommen), kaum bis gar nicht Thema an den Stammtischen sind. Solange jemand einer Schicht zugerechnet wird, die unter der Eigenen zu liegen scheint, wird bedenkenlos “nach unten getreten”.

    Was mir zum obigen Thema noch ergänzend einfällt, was “damals” Alltag war und heute eine Todsünde darstellt, sind komplett offene Webforen (ja, das Zeug das viele Surfer vor Blogs nutzten und heute meist gähnender Leere ausgesetzt ist) in denen von Warez über Bilder bis hin zu Anleitungen aller Art einfach alles ging. Keine versteckten Sachen, voll im Rampenlicht. Heute kann man ja kein Bild mehr posten, ohne vorab von der Rechtsabteilung dafür grünes Licht bekommen zu haben – nachdem das nötige Gutachten erstellt und geprüft ist. Copyright war damals einfach nur ein englisches Wort. Es ist schon irgendwie spannend, darüber nach zu denken was jetzt alles “härter” geworden ist. Wie man sein Verhalten geändert und daran angepasst hat. Statt sich daran zu stören.

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