Diese Geschichte hat fast alles: Denunziation im Wartezimmer einer Arztpraxis, ein Sondereinsatzkommando der Polizei, stundenlange Verhöre, Speichelprobe, Verhör von Kindern ohne Beisein der Eltern, Durchsuchung der Wohnung während die Durchsuchten nicht in die Wohnung dürfen und vollkommener Mangel an… Sensationell! Es fehlen eigentlich nur noch die nackten Frauen.
Aber was ist denn nun passiert?
Es ist Montag der 11. September letzten Jahres gegen 14:00 Uhr. Die bayrische Polizei stürmt die Wohnung von Familie Lindner in diesem Gehöft in der Nähe von Burghausen. Das Ehepaar hat zwei Kinder im Alter von sechs und zehn Jahren und bewohnt ungefähr 90 Quadratmeter. Doch die Polizei rückt mit einem martialischen Großaufgebot an.
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Dafür muss es ja bestimmt extreme Gründe geben!
Was muss da vorgefallen sein, wenn die bayrische Provinzpolizei ein so großes Rad dreht? Entführung, Mord, Attentat? So ungefähr: Im idyllischen Nachbarort Marktl am Inn steht das Geburtshaus des Papstes. Böse Menschen haben es zwei Tage zuvor, unmittelbar vor dem Papstbesuch, mit blauer Farbe bespritzt.
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WTF? Aber mindestens wird man ja handfeste Beweise haben, die dringenden Tatverdacht nahelegen?
Der einzige Verdachtsmoment gegen den Familienvater: Er hatte im Wartezimmer dieser Arztpraxis zu einem anderen Patienten gesagt, dass die 40 Millionen, die der Papstbesuch kostet, besser hätten verwendet werden können.
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Uff. Sehr hart. Aber bestimmt ist damit wenigstens keiner durchgekommen, oder? Denn allein deswegen
O-Ton: Petra Lindner, Mutter
“Für mich war es die Hölle, weil ich draußen stand, die ganzen Polizisten waren im Haus und ich durfte nicht rein. Ich wusste nicht, was passiert in dem Haus und die Angst um meine Kinder. Unser kleiner Florian war sechs der Christopher war zehn. Es war schlimm für mich, sehr schlimm.”
Drinnen wird auch das Kinderzimmer durchsucht, die Kinder werden befragt.
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dürfte sowas ja scheitern? Befragung von Kindern ohne Beisein der Eltern, Beiwohnen der Durchsuchung von der Polizei verhindert…
O-Ton: Siegfried Lindner, Vater
“Wir haben uns schriftlich über die Hausdurchsuchung beschwert, per Einschreiben. Und bis heute haben wir von diesen Leuten keine Auskunft, keine Antwort, keine Entschuldigung, nichts bekommen.”
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