Archiv für die Kategorie ‘Wahlcomputer’
Sequoia Voting Systems verhindert Überprüfung ihrer Wahlcomputer
März 23, 2008Bei den us-presidential primaries in New Jersey wurde festgestellt, dass auf einem Papierausdruck (des Typs AVC Advantage) die Anzahl der insgesamt für eine Partei abgegebenen Stimmen nicht mit der Summe aller Kandidaten dieser Partei übereinstimmt… Als der Landkreis Union County dann die Sache von Princeton überprüfen lassen wollte, gab es sofort eine Drohung der Firma Anwälte einzuschalten. Geistiges Eigentum (die angedrohte Klage bezog sich auf entsprechende Verletzung) und Demokratie scheinen nicht gerade Hand in Hand zu gehen.
Sequoia selbst sieht den Fehler offenbar bei Wahlhelfern, statt bei den Geräten. Doch selbst wenn dies stimmen würde - der Wahlausgang hängt also davon ab, ob Wahlhelfer die Geräte “gut genug” bedienen können? Richtig gezählt werden müsste doch in jedem Fall. Das ist trotzdem ein Ausschlusskriterium…
Sehr bedenklich auch, dass die Wahrung geistigen Eigentums wichtiger zu sein scheint, als korrekte Wahlen. Das nächste Ausschlusskriterium. Dürfen Wahlen wegen geistigen Eigentums nicht mehr überprüft werden, muss auf die Geräte in jedem Fall verzichtet werden. Dies müsste sich doch jedem Erschließen?
Eine Überprüfung der Wahlzettel lässt derzeit einen Fehler der Geräte vermuten, statt etwa bewusster Manipulation.
Einsatz von Wahlcomputern bei der hessischen Landtagswahl
Januar 27, 2008Während die Hochrechnungen noch laufen, hat Frank Rieger schon mal einige Erfahrungen von Wahlbeobachtern zusammengetragen, die sich den Einsatz der Wahlcomputer vor Ort anschauen wollten.
In Obertshausen wurden interessierte Buerger vor dem Wahllokal, in dem sie den Aufbau der Wahlcomputer beobachten wollten, abgefangen, das Betreten des Wahllokals verweigert, ihre Personalien festgestellt, eine Anzeige wegen Stoerung der Wahl angekuendigt und der Hinweis auf die Paragraphen im Wahlgesetz zur Oeffentlichkeit der Wahl mit dem Spruch “Sie haben hier gar keine Rechte!” beantwortet. Dann wurden sie des Bannkreises um das Wahllokal verwiesen und von einem Ordnungsamtsmitarbeiter mit dem Auto bis zur Landkreisgrenze verfolgt.
[...]
In einem weiteren Wahllokal stellte sich herraus, das der Wahlcomputer aus praktischen Gruenden bei einem Parteifunktionaer zu Hause uebernachtet hat. Und dann wollen sie uns immer Erzaehlen, das Innentaeter-Szenario sei total theoretisch und unwahrscheinlich…
Echt erschreckend. Da muss man sich wirklich nicht wundern wie es zu manchen Problemen kommt.
Update:
Inzwischen gibt es auch eine Zusammenfassung des CCC dazu.
Update 2:
Holland: keine Wahlcomputer mehr
September 28, 2007In Holland, dem europäischen “Mutterland” der Wahlcomputer wurde jetzt entschieden, die Wahlcomputer wieder abzuschaffen.
“Dass selbst im Mutterland der NEDAP-Wahlcomputer die Bedenken über die bekannt gewordenen prinzipiellen Probleme mit Computer-Wahlen zu entschiedenem Handeln der Regierung führen, verdeutlicht, wie ernst die Situation ist. Die Bundesregierung sollte die niederländische Entscheidung zum Anlass nehmen, die Zulassung der Wahlcomputer noch vor den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen zurückzuziehen, auch um eine internationale Blamage zu vermeiden”, sagte Dirk Engling, Sprecher des Chaos Computer Club.
Jetzt kann man nur noch hoffen das Deutschland bald folgt und die demokratiefeindlichen Wahlcomputer endgültig verbietet!
Hessen droht Landtagswahl auf Wahlcomputern
September 1, 2007Selbst aus der jüngsten Geschichte nichts gelernt hat man beim hessischen Innenministerium. Anstatt Tatsachen ins Auge zu sehen, spricht man dort immer noch von einfacherer und schnellerer Stimmenauszählung. Aber in Hessen geht ja alles mit rechten Dingen zu. Ich empfehle Briefwahl.
Verbrannt in Holland
August 19, 2007Ein schwerer Schlag für Schachspieler: Köln verlieh seine Wahlcomputer an Holland, damit dort genug Wahlcomputer bei der letzten Wahl zur Verfügung standen, gleichzeitig sollten die Geräte bei der Gelegenheit dort gewartet werden. Nun wurde aber ein Großteil der Geräte durch einen Brand vernichtet, wofür sich NEDAP nicht verantwortlich fühlt und Köln (erneut) zahlen soll.
Die Stadt hatte die Informationen über die zerstörten Wahlmaschinen zurückgehalten, weil sich nach dem Feuer schnell eine „schwierige Interessen-Gemengelage“ abzeichnete. Nedap teilte der Stadt mit, nicht versichert zu sein, und nannte als Brandursache „höhere Gewalt“. Gleichzeitig bot man an, bis zur nächsten Wahl, der Europawahl im Frühjahr 2009, neue Automaten für die Stadt zu bauen - wenn Köln die Computer denn bezahle.
Na da hat man sein Vertrauen ja den Richtigen geschenkt.
Gutachten des CCC zu Wahlcomputern
Juni 9, 2007Diebold Wahlcomputer – Schlüssel nachgemacht mit Foto auf der Herstellerseite
Januar 24, 2007Diebold, ein Hersteller von Wahlcomputern, wie sie auch in Deutschland eingesetzt wurden und werden, wirbt auch im Internet für seine Produkte.
Unter anderem war auf der Herstellerseite ein Foto mit dem Schlüssel für die Wahlmaschinen, gut genug um anhand des Fotos einen Zweitschlüssel nachmachen zu können (ohnehin handelt es sich dabei nur um sehr einfache Schlüssel wie an jedem Fahrradschloss üblich).
Auf YouTube ist ein Video das zeigt wie mit einem solchem, nachgemachten Schlüssel der Wahlcomputer geöffnet wurde.
Quelle mit Screenshots des Schlüssels und Bilder wie sie auf der Herstellerseite präsentiert wurden
Computer:club² 17
November 22, 2006Pünktlich 9 Tage nach der Sendung will ich auch noch meinen Senf dazugeben. Gut das der Blog nicht kommerziell ist, bei so heißen News wären wir sicherlich längst weg vom Fenster.
Aber zum Thema; Gedanken machte ich mir schon bei der ersten Sendung zu Wahlcomputern (also 16), ob ich es weiterhören soll, aber gut, man muss ja nicht immer gleicher Meinung sein, schon okay. Das “Killer-Argument” gegen diesen Podcast wurde mir dann in der nächsten Sendung geliefert, in der folgendes zu hören war:
Es waren wohl auch einige dabei, die ziemlich unseriös reagiert haben, aber ich habe einen schnellen Mausfinger das geht klick und weg, sowas lese ich mich mir wirklich nicht durch. - W. Rudolph
gut das jetzt jeder weiß, wie dort mit Kritik umgegangen wird. Alles was kein Lob ist, wird gelöscht. Es war ja bereits recht seltsam, dass in der Sendung unter den Anrufern, also dem eingespielten Feedback, nur Lob zu hören war. Allein schon das jedwede Kritik schlicht als unseriös abgetan wird löst bei mir so etwas wie Ekel aus. Mir kann nämlich keiner erzählen, das alle Mails die Informationen und ähnliches enthielten, beleidigend gewesen wären. Damit, dass durch eine andere Sichtweise sich auch die der Wolfgangs ändert, hätte ich sowieso nicht gerechnet (und dies wäre auch okay gewesen), jedoch zumindest mit einer echten Auseinandersetzung. Durch dieses Problem wird auch jede/s Mitwirkung/Feedback an der Sendung sinnlos, da jede abweichende Meinung potentiell gelöscht wird. Pech für alle die sich vielleicht Mühe machten mit ihren Mails.
Die allgemeine Einstellung WCs zu wollen um eben weniger zählen zu müssen (soooviel Arbeit) finde ich auch recht ätzend. Tut mir leid das sagen zu müssen, aber wenn euch das Zählen zu viel Arbeit ist… euch zwingt doch wohl keiner Wahlhelfer zu sein? Lasst es dann einfach bleiben.
Um es perfekt zu machen, brüsten sie sich am Ende dann noch damit, keinesfalls die Petition gegen Wahlcomputer zu unterschreiben. Bravo, wir sind stolz auf euch…
Trotz statt Einsicht
November 10, 2006Schade, beim Computer:club² ist man jetzt in der Wahlcomputer-Sache eher in eine Art von Trotzhaltung getreten, anstatt sich mal genauer damit auseinanderzusetzen wieso (scheinbar) soviel Kritik ins Haus flatterte.
Aber der eigentliche Grund warum ich das hier nochmal erwähne, ist der letzte Eintrag, und zwar heißt es dort:
Eines kommt demnächst. Es handelt sich um den NEMP, der uns alle ungelegen käme, weil alle Elektronik auf Erden zerstört würde. Für die Wahlgegner jedoch wäre das die beste Lösung; die Wahlmaschinen könnten nicht mehr rechnen.
Oh Mann, Wahlgegner??? Ich fass es nicht. Argh.
Wahlcomputer beim Computer:club²
November 7, 2006Habe gerade die aktuelle Folge vom Computer:club², viele bisherige Folgen wurden ja auch hier immer wieder mal verlinkt, gehört und ich dachte echt ich spinn, die Folge war echt derbst daneben. Noch nie dagewesen und hätte ich so nie von denen erwartet. Der Leiter des Wahlamtes in Köln, Gerd Rütten, war als Gast da. Von “einem Offiziellen” erwartete ich noch am ehesten das nichts aufgeklärtes kommen kann.
Was der Mann von sich gab war dann auch richtig markerschütternd. Ganz ehrlich. Er nannte als Argument FÜR Wahlcomputer, oder doch zumindest zur Entschärfung der Sache, dass sie ja nicht nur die unsichere Software der Wahlcomputer im Auge hätten (das eine Soft nie ganz sicher sein kann gibt er selbst zu…), sondern die gesamte Wahl (Organisation). Äh, was? Was hat man noch von der “gesamten Wahl”, wenn doch bereits potentiell die Stimmenauszählung manipuliert wurde??? Ist das etwa nicht mehr das wichtigste an einer Wahl? Wenn die Stimmen gefälscht worden wären, würde es doch gar keine Rolle mehr spielen, was weiterhin bei der Wahl noch abläuft, wie gut das ansonsten organisiert wäre… Da kann man echt nur noch mit dem Kopf schütteln. Unglaubliche Naivität. Komplett das Thema verfehlt.
“Ich habe also festgestellt, dass da keine Manipulation eigentlich möglich ist.” - Wolfgang Back
Sätze dieser Güteklasse bekommt man geboten. Wie er das festgestellt haben will, erfährt man leider nicht. Auf kritische, wichtige Fragen, wie garantiert werden soll, dass die Software nicht manipuliert wird und das das Gerät wirklich korrekt funktioniert, kommt doch glatt als Antwort, dass die Software natürlich wie jede angreifbar sei, aber die Geräte seien, wenn nicht gewählt wird, unter Verschluss. Ahja. Ergo Keller vom Rathaus. Und der wahrscheinlichste Angriffsvektor durch einen Innentäter wird damit nicht im Geringsten unwahrscheinlicher. Dann würden die Geräte erst kurz vor Beginn der Wahl im Wahlamt von Bediensteten “programmiert” (er meint wohl konfiguriert, würden die es im Wahlamt selber programmieren… äh… ) und die Zeit zwischen den Wahlen würde einem Hacker gar nix nützen…
“Wenn die Maschine richtig zählt, dann verzählt sie sich nicht.” - Gerd Rütten
Die Wahl in Cottbus hat es ja gezeigt wie sicher die unter Verschluss sind. Unbewacht und offen standen die Teile im Raum herum, bis mal irgendwann die Wahlhelfer kamen, die ach so sicheren Schlüssel lagen gleich daneben, die EINE Person mit sich führte statt 2 verschiedene, wie es sein müsste. Wobei ich nicht mal damit anfangen will wie lächerlich Schlüssel sind. Back selbst sagt auch das es eine halbe Stunde schneller sei mit den Computern, also die Auszählung… Gründe für die Geräte konnten sie also auch keine angeben. Ich verstehe es sowieso nicht. Wo ist das Problem, wenn man ein paar Stunden nach Wahlende das Endergebnis noch nicht hat? Warum muss das in weniger als einem Tag komplett fertig sein? Das spielt doch keine Rolle. Und wenn es 3 Tage dauern würde… Das muss eine korrekte Wahl doch jedem wert sein?!?
“Wenn alles so weitergeht, die Koalitionen so weitergehen, dann sind wir erst 2009 wieder dran bis dahin können wir doch das alles gelöst haben.” - Wolfgang Back
Darauf als Antwort: “Natürlich, das mit Sicherheit.” - Gerd Rütten
Was gelöst haben? Sind mit irgendeiner ominösen Software gesteuerte Wahlcomputer dann nicht mehr generell offen für Angriffe? Wohl kaum. Was also lösen? Die Probleme die diese Geräte haben, sind prinzipieller Natur, sie lassen sich nicht lösen indem man noch mehr Wahlhelfer aufstellt, oder noch mehr Schlüssel vergibt - was auch immer sie sich darunter vorgestellt haben.
Warum Leute wie die 2 Wolfgangs gerade dieser Sache so blindlings auf den Leim gehen, entzieht sich völlig meinem Verständnis. Immerhin handelt es sich hier doch um die gleichen 2 Leute, die in vorigen Podcasts erzählten, dass sie ihre Briefe mit den PIN Nummern ungeöffnet zur Bank zurückgetragen haben, weil ihnen das Verfahren zu unsicher war, oder auch Wolfgang Rudolph, der eine Firma anzeigte, die trotz nachdrücklicher Aufforderung seine Daten nicht löschte. Völlig konträres Verhalten das da an den Tag gelegt wird. Ich kann es mir wirklich nur so erklären, dass sich beide mit dem Thema kaum beschäftigt haben und nicht weit genug dachten.
Ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass man einfach nichts so aufnehmen sollte ohne selbst kritisch darüber nachzudenken. Kleine Fehler sind normal und die gibt es immer, aber nach der Folge werde ich die Sendung ab sofort anders hören.
Wahlcomputer in den Niederlanden
Oktober 31, 2006Obwohl eine niederländische Initiative Wij vertrouwen stemcomputers niet (Wir vertrauen Wahlcomputern nicht), der CCC die Unzulänglichkeit der Wahlcomputer bestätigt hat, der Distributor Mängel bei den Wahlcomputern bestätigt und auch sonst technische Sachverständige den Computern ein schlechtes Zeugnis ausstellen werden nun bei den Parlamentswahlen am 22. November Wahlcomputer eingesetzt werden.
Auch in Deutschland werden diese Computer in Zukunft immer mehr eingesetzt werden. Deshalb weisen wir nochmal auf die Online-Petition für ein Verbot von Wahlcomputern in Deutschland hin.
http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=294
Einsatz von Wahlcomputern in Cottbus, CCC zieht Fazit
Oktober 25, 2006Wie der CCC nun berichtet hat, gab es einiges Interessantes bei der Bürgermeisterwahl, die komplett über Wahlcomputer abgewickelt wurde. Mir sind folgende Punkte ins Auge gesprungen:
- die Wahlcomputer standen teils einfach so im Wahllokal herum ohne Beaufsichtigung, bevor die Wahl begann
- das 4 Augen Prinzip wurde in einigen Fällen nicht beachtet, die gleiche Person hatte beide Schlüssel, im schlimmsten Fall lagen die Schlüssel gar auf Tischen herum…
- mindestens ein Wahlvorstand verweigerte die öffentliche Verlesung des Wahlergebnisses, den Äusserungen nach war dem Wahlvorstand selbst das entsprechende (Wahl-) Gesetz nicht völlig bekannt und somit auch nicht die genauen Aufgaben eines Wahlvorstandes
- die “Auszählung” geschah teilweise so übereilt das die Öffentlichkeit aussen vor blieb, also alles vorbei war bevor jemand sehen konnte was passiert
- die Wahlhelfer unterschrieben das Wahlprotokoll bereits, bevor der gesamte Vorgang abgeschlossen war
- Fast allen Wählern ging der Einsatz von Wahlcomputern am Arsch vorbei, auch dann wenn sie in der Presse über die Manipulationsmöglichkeiten gelesen hatten
Gut, wie man sieht haben viele der Probleme nicht mal was mit den Wahlcomputern selbst zu tun, auch wenn diese in der Tat eine öffentliche/transparente Überprüfbarkeit unmöglich machen. Wahlvorstände etwa, werden ja sicherlich immer die gleiche ignorante Arroganz an den Tag legen, auch wenn mit Papier gewählt wird. Anstatt neue Probleme mit den Computern zu schaffen, sollte man sich vielleicht erst mal um die bestehenden kümmern. Wenig überraschend auch die Haltung der Wähler dazu, wenngleich es doch etwas paradox ist, wenn Leute, die noch zur Wahl gehen, sich ebenfalls schon für “nichts” mehr interessieren. Zukünftige Nichtwähler? Ein spannendes Experiment wäre sicherlich auch, was man alles bei der Wahl verändern müsste, bis sich jemand beschwert. ![]()
Petition gegen Wahlcomputer
Oktober 20, 2006Bitte nehmt an der Petition gegen Wahlcomputer teil, wenn es euch nicht egal ist das Geräte mit unzähligen Manipulationsmöglichkeiten unsere Demokratie gefährden!
