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Volkszählungsurteil von 1983

13/01/2006

Lest euch mal das hier durch:

Das Grundrecht gewährleistet insoweit die Befugnis des Einzelnen,
grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner
persönlichen Daten zu bestimmten.

Wer nicht mit hinreichender Sicherheit überschauen kann, welche ihn
betreffende Informationen in bestimmten Bereichen seiner sozialen
Umwelt bekannt sind, und wer das Wissen möglicher
Kommunikationspartner nicht einigermaßen abzuschätzen vermag, kann in
seiner Freiheit wesentlich gehemmt werden, aus eigener
Selbstbestimmung zu planen oder zu entscheiden. Mit dem Recht auf
informationelle Selbstbestimmung wären eine Gesellschaftsordnung und
eine diese ermöglichende Rechtsordnung nicht vereinbar, in der Bürger
nicht mehr wissen können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit
über sie weiß. Wer unsicher ist, ob abweichende Verhaltensweisen
jederzeit notiert und als Information dauerhaft gespeichert,
verwendet oder weitergegeben werden, wird versuchen, nicht durch
solche Verhaltensweisen aufzufallen.

Unglaublich, was sich getan hat, seit diese Worte von einem Richter ausgesprochen wurden, was? Heute klingt es fast wie aus einer anderen Welt.

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