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Google soll „gelöschte“ Mails freigeben

21/03/2006

Viele, wie ich auch, nutzen Google-Mail. Obwohl mittlerweile über 2,5GB Speicherplatz zur Verfügung steht lösche ich gerne Mails die ich einfach nicht mehr brauche oder die Google nicht auf ihren Servern für die Ewigkeit speichern soll.
Wie ein Gerichtsverfahren nun deutlich machte, hält Google auch vom User explizit gelöschte Mails bis zu mehrere Monate lang weiter vor, womöglich sogar noch länger.

Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hatte zuvor eine umstrittene Kreditberatungsfirma verklagt, weil diese Kundengelder in mehrstelliger Millionenhöhe ins Ausland verschoben haben soll. Deren Gründer nutzte Gmail für seinen Mail-Verkehr. Die Ankläger der FTC setzten daher eine Verfügung durch, den gesamten elektronischen Postbestand des Verklagten einsehen zu können. Die Anordnung wurde Google in der vergangenen Woche zugestellt, reagiert hat die Suchmaschine bislang noch nicht.

Die FTC beruft sich dabei auf das kleingedruckte in den Gmail-Datenschutzebestimmungen wonach die Mails trotz löschung noch bis zu 60 tage vorbehalten werden. Da jedoch auch Sicherheitskopien angelegt werden sind darin die Mails noch deutlich länger zu finden.

Datenschützer in Europa halten das Vorgehen Googles für fragwürdig. In den USA ist die Vorgehensweise rechtlich nicht zu beanstanden. Die Suchmaschine wirbt explizit mit der Funktion, dass Gmail-Nutzer Mails «nie mehr wegwerfen» müssten – dank des großen Speichers von mehreren Gigabyte und der Suchfunktion des Anbieters, mit der sich alte Post schnell auffinden lässt.

Noch ist unklar, ob Google der Anordnung nachkommt, von einem User entfernte Mails herauszugeben; Nutzer sollten sich bei Verwendung des Dienstes jedoch im Klaren sein, dass «gelöscht» hier nicht «wirklich gelöscht» bedeutet!

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