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Präventive Festnahmen?

27/11/2006

Das hier ist echt mal wieder einer der Momente, wo es mir schwerfällt einen Einstieg zu finden, das ganze ist doch zu verrückt. Vielleicht bin ich doch schon zu eingefahren, eigentlich neige ich (vor dem Lesen) noch dazu so etwas eher in den Bereich der Fiktion abzutun, das ist offensichtlich ein Fehler. Die Realität zeigt, dass die Welt anders aussieht. Aber zum Thema.

Die britische Homicide Prevention Unit (HPU) versucht, durch Erstellen von Persönlichkeitsprofilen potentielle Gewaltverbrecher vor der Tat zu finden. Die mit Profilen und Risikomodellen erstellte Liste liegt nicht nur der Polizei vor, sondern auch anderen Behörden. Wenn dann mit den angewandten Methoden eine Person ausgemacht wurde, die „zu riskant“ ist, soll die Polizei entscheiden können (?!?) ob dieser Mensch verhaftet (!) wird, oder ob andere Behörden in Kenntnis gesetzt werden, die dann dem so ermittelten Bürger die Teilnahme in irgendeinem sozialen Programm aufs Auge drücken.

It is not enough for the police alone to fight crime.

Filme wie das viel zitierte Minority Report funktionieren nicht einmal mehr als Vergleich, denn da hatten die ja wenigstens die Precogs zur Verfügung, mit recht geringer Fehlerquote.

Ich stelle es mir recht schlimm vor, unter solchen Bedingungen zu leben. Immerhin muss man sich wohl schon Gedanken machen ob man sich nicht gerade verdächtig verhält, wer will schon an Therapierunden teilnehmen, oder gar verhaftet werden, obwohl er nichts gemacht hat?

Mehr Lesen:

Scotland Yard will künftige Mörder durch Persönlichkeitsprofile identifizieren

Police target dangerous suspects before they can offend

Datenbank mit potenziellen Gewalttätern

 

2 Kommentare
  1. 27/11/2006 11:00 PM

    Dann haben sie wohl im BigBen die Precogs versteckt…

Trackbacks

  1. Pre-crime wird real « Jan Schejbal

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