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Unbeeindruckt

18/03/2009

Die blutige Tat sei zwar dem Stand der Ermittlungen nach nicht im Internet angekündigt worden, sagte die CDU-Politikerin […]

heise.de (auch folgende Quotes)

…aber trotzdem fordert die Familienministerin eine Notrufmöglichkeit fürs Internet.

Für mich klingt es so, als würde sie hier selbst sagen, dass ihr klar ist das es überhaupt nichts mit der eigentlichen Sache zu tun hat, sie aber eben den Vorfall trotzdem unbeeindruckt dazu benutzt, ihre eigene Agenda voranzutreiben.

„Aber oft gibt es Vorboten in Chat-Rooms.“

Es gab wie viele in Deutschland? 3? Und auf den letzten trifft das nicht mal zu, wie sie auch selbst sagt.

Schauen wir uns jetzt also oft an.

ọft
Adv. ọft
1. (↔ selten) so, dass innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts es relativ viele Vorkommnisse von etwas gibt Dieses Jahr war er oft krank., Sie geht oft ins Schwimmbad, eigentlich täglich.
2. (≈ häufig) überwiegend, in vielen Fällen Ich kann oft nicht einschlafen
3. so, dass sich etwas regelmäßig in kurzen Abständen wiederholt An Wochentagen verkehren die Busse sehr oft.

TheFreeDictionary

Relativ viele Vorkommnisse, regelmäßige Wiederholungen in kurzen Abständen… FAIL.

Gleichaltrige könnten diese am besten wahrnehmen, wüssten dann aber oft nicht, an wen sie sich wenden sollen.

Das bezweifle ich doch stark. Besonders Chats werden doch von Übertreibungen und Superlativen geradezu geprägt. Es ist doch nahezu unmöglich zu erkennen, was jetzt genau gescherzt, und was ernst gemeint war. Oft gelingt das nicht einmal in persönlichem Kontakt, wie sieht es da erst im Internet aus? Da hilft es auch kaum, wenn Gleichaltrige ähnlichere Ausdrucksformen verwenden.

Hilfsangebote müssten daher im Sinne eines „110 im Netz“ präsenter sein, unterstützte die Ministerin vergleichbare Forderungen nach Internet-Notrufmöglichkeiten des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), um „unmittelbar reagieren zu können“.

Unzählige Fehlalarme produziert man damit höchstens. Es gibt doch jetzt schon viel mehr „Scherzanrufe“ mit falschen Bombendrohungen und ähnlichem statt echten Verbrechen (zum Glück).

Auch waren doch die Beamten nach der Info 3 Minuten später in der Schule und trafen den ehemaligen Schüler nicht mehr an. Wie viel unmittelbarer könnte es denn noch werden… Wer so denkt muss in letzter Instanz eine ständige Polizeipräsenz in den Schulen fordern.

Hoffentlich kühlt sich das bald wieder ab, bevor es noch zu einem Gesetzesentwurf kommt.

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