Skip to content

Kommentar aus dem Paralleluniversum

17/06/2009

Auf den Kommentar bei faz.net folgt schon die nächste bizarre Meldung, die u.a. am Thema vorbei zu laufen scheint und irgendeinen Anschein erwecken möchte, den es so doch überhaupt nicht gibt.

Das Gesetzesvorhaben sollte bloß sicherstellen, dass das, was für Printmedien gilt, auch im Internet gelten soll: dass der Erwerb von Kinderpornografie unter Strafe steht.

fr-online.de

Wäre es so, hätte man ja einfach nichts gemacht. Richtigerweise ist Besitz als auch Verbreitung usw. jeweils „immer schon“ strafbar. All die Leute, die irgendwie ständig das falsche Bild vom rechtsfreien Internet heraufbeschwören wollen, können ja versuchen sich entsprechendes Material zu beschaffen (falls sie überhaupt was finden) und werden dann schon merken was passiert… Oft wird hier, angesichts der Natur des Verbrechens vielleicht wenig überraschend, sogar lieber zuviel gemacht als zuwenig. Jedem Zeitungsleser wird hier erneut die volle Lächerlichkeit solcher Aussagen vorgeführt. Wobei es inzwischen aufgehört hat witzig zu sein.

Gegen dieses Projekt der Sperrung von Internet-Seiten mit kinderpornografischem Inhalt hat sich eine breite Initiative formiert, die jeden staatlichen Eingriff ins Netz ablehnt und von „Zensur“ oder „chinesischer Lösung“ spricht.

Auch wieder falsch. Nicht gegen dieses „Projekt“ sondern gegen die Filter. Zensur ist ein staatlicher Eingriff. Wer es nicht wusste. Und ja, in China wird das Netz eben auch gefiltert.

Dabei stellen die Kritiker die Berechtigung des Vorgehens gegen Kinderpornografie nicht prinzipiell in Frage; sie sehen darin jedoch ein „trojanisches Pferd“, mit dem der Staat in Bereiche vordringt, in denen er nichts zu suchen habe.

Ist hier überhaupt noch vom gleichen Thema die Rede? Oder hat er auf Bundestrojaner/Online-Durchsuchung umgeschwenkt?

Die Freiheit des Internets müsse gegen staatliche Einflussnahme verteidigt werden.

Leute haben keine Lust darauf, dass ihnen das Internet gefiltert wird. Das ist auch so vermittelt worden, aber wer stattdessen das hineininterpretieren möchte, nur zu…

Diese Position einer prinzipiellen Verbotsabwehr verbindet sich mit der Auffassung, in der virtuellen Welt des Internets hätten die Eigentumsansprüche, wie sie in der realen Welt erhoben werden, keine Geltung, sondern müssten einer kostenfreien Nutzung durch alle zugänglich sein.

Warum soll etwas zusätzlich präventiv verboten werden, was sowieso schon immer strafbar war? Ich wäre auch strikt dagegen nur noch Autos zu bauen, die nicht über 30 km/h fahren können, damit es keine Geschwindigkeitsüberschreitungen mehr geben kann. Verkehrssünder werden eben z.B. „geblitzt“ (yeah, ein Beispiel aus dem Straßenverkehr!).
Der zweite Teil ist ja wieder mal komplett offtopic.

Davon ist vor allem der Anspruch auf geistiges Eigentum betroffen, weswegen diese Auseinandersetzung vor allem von Autoren und Verlagen geführt wird, da hier die Gemeingutpraxis existenzgefährdend ist.

Gibt er hier gerade zu, dass es bei den Filtern gar nicht um den dokumentierten Missbrauch an Kindern geht, sondern um Urheberrechte?

Es ist eine eigentümliche Schar, die sich unter dem Banner der Netzfreiheit versammelt hat. Einerseits kriminelle Geschäftemacher, die das Internet benutzen, um verbotene Produkte an den Mann zu bringen, und andererseits ein Ensemble von Freiheitskämpfern, die ihre anarchistischen (kein Staat!) oder kommunistischen Ideen (kein Eigentum) in der virtuellen Welt des Internets realisieren wollen.

Das mit den Geschäftemachern kommt andauernd, bleibt aber falsch. Nochmal.

Ziemlich diffamierend. Blogger, die sich dauerhaft so über Andere produzieren würden, würde man bestimmt irgendwann abmahnen.

Das Paralleluniversum des Internets ist danach durch einen tiefen Graben – eine ontische Differenz – von der realen Welt getrennt, und deswegen kann in der Virtualität praktiziert werden, was in der Realität unmöglich oder doch in weiter Ferne ist. Das Internet wird zur Gegenwelt des Realen oder zum Vorgriff auf eine zukünftige Gesellschaft stilisiert, und deswegen ist seine Freiheit gegen alle staatlichen Eingriffe zu verteidigen.

Auf was ist der denn? Also auf welchen Seiten mein ich. :D Hier fehlt ja nur noch das Heranziehen des Teufels. :D

Angelpunkt dieser Argumentation ist die Annahme einer ontischen Differenz, die Realität und Virtualität tatsächlich und wirksam voneinander trennt. Die Trennbarkeit beider Welten ist die Voraussetzung dafür, dass in der virtuellen Welt nicht gelten muss, was in der Realität unabdingbar ist: dass die Freiheit des einen an der Freiheit des anderen ihre Grenze hat und dass diese Einsicht die Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung ist.

Es muss wohl eine verkehrte Welt sein, wenn man sich anschaut wieviele Menschen sich nicht an den Kopf fassen müssen, wenn Politiker alle Vorgänge im Internet mit Beispielen aus dem Straßenverkehr zu beschreiben versuchen, oder Leuten wie Schäuble erst erklärt worden ist, dass das Internet was anderes ist als eine Telefonanlage.
Mal so eine ganz schräge Idee über den tiefen Graben gebrüllt: Vielleicht sollte man sich eher mal über unsere Spitzenpolitik Gedanken machen, deren Vorstellungen von der „Parallelwelt“ viel gravierendere Folgen haben? Oder legt man sich lieber mit imaginären Internet-Weirdos an?

Nun ist aber gerade die Nutzung kinderpornografischer Internetseiten ein Beleg dafür, dass der ontische Graben an einigen Stellen übersprungen werden kann: Die Bilder vergewaltigter Kinder entstammen der Realität; nur deswegen sind sie in der Virtualität kapitalisierbar.

Hier offenbart sich dann endgültig was Sache ist. Jeder der nur ein ganz klein wenig vom Internet verstanden hat, weiß das der ontische Graben keinesfalls nur an einigen Stellen übersprungen wird (sofern man diesen Witz bemühen möchte), einfach weil alles im Netz aus der realen Welt (nämlich von seinen Nutzern) kommt. Den Graben kann es also gar nicht geben, würde er doch Netz und Nutzer voneinander trennen. Damit ist er auch nur eine weitere Absurdität, die man sich mühsam herbeizaubern muss.

Es scheint sie also durchaus zu geben, die Parallelwelt. Nur das diese nicht das Internet ist, sondern vielmehr ein Ort, wo es ausgerechnet das Netz gar nicht gibt.

Die Ideologie der Netzfreiheit ist durch den Vorstoß von Geschäftsinteressen desavouiert worden. Der regulierende Staat folgt bloß den Geschäftemachern. Es kommt darum nicht von ungefähr, dass sich die Debatte über die Freiheit des Internets genau an dieser Stelle entzündet hat.

Zum dritten Mal.

All das (und noch so viel mehr) macht diese Kolumne mit zum schlimmsten, was ich in der ganzen Debatte bisher aus der Presse lesen musste.

5 Kommentare leave one →
  1. 18/06/2009 8:33 PM

    Hi, ich nehm mal an, sie sind „Diskutant“ auf ebenjener FR-Seite :)

    Ich sehe den Kommentar ähnlich wie sie, mich hat nur dieses bashing aufgeregt. Deswegen habe ich auch nicht ins selbe Horn geblasen sondern mal ein wenig den Herrn verteidigt. Macht manchmal Spass :)

    Wie bereits gesagt, ich finde den Grundgedanke des Artikels gar nicht so abwegig, denn es ist wirklich so, dass Menschen in der Virtualität anders an reale Gegenstände oder Personen rangehen, als wenn diese Gegenstände oder Personen im Raum sind. Genauso wie ich es sinnlos finde, dass Menschen, die urheberrechtlich geschützte Dateien ins Internet stellen und gleichzeitig die Strafverfolgung anstößig finden. Das ist der gleiche Pöbler, der in der 80er Zone mit 250 Sachen geblitzt wurde, wo er sich danach aufregt, dass er erwischt wurde und sowieso keinen gefährde, weil er ja ein so super Autofahrer ist.

    Man beachte: Ich habe KEINE Aussage zu meiner Meinung über das Urheberrecht geäußert, nur um vorschnelle Meinungen, und falschen Anschuldigungen entgegenzuwirken. Aber ich bin mir sicher, irgendwer findet irgendwas „schlechtes“. So ist der Mensch :) Und weil jetzt gleich die Bibo schließt, mache ich Feierabend.

    • 18/06/2009 10:24 PM

      Hi, ich nehm mal an, sie sind “Diskutant” auf ebenjener FR-Seite :)

      Nein, dass bin ich nicht. Hätte ich dort (oder woanders) auch noch was dazu geschrieben, wäre das unter dem gleichen Nick wie hier geschehen. Als ich diesen Eintrag hier verfasst habe, konnte man dort auch noch gar nicht kommentieren und anschließend surfte ich nicht mehr aktiv auf die Seite.
      Ein paar Stunden nachdem der Artikel online gestellt wurde, änderte man den Link, die Möglichkeit dort zu kommentieren erschien anscheinend erst dabei.

      Was ich dazu zu sagen hatte, habe ich hier getan. Das war sogar einer meiner Gründe für diesen Blog, meine Kommentare nicht immer über das ganze Netz zu verteilen und sie so aus den Augen zu verlieren, sondern ein bisschen zu sammeln.

      Das

      http://blogs.roderwald.de/2009/06/17/wenn-deutsche-professoren-das-internet-besuchen/#comment-25

      ist der einzige Platz wo ich auch noch zu dem fr-online Artikel kommentierte.

      Wie bereits gesagt, ich finde den Grundgedanke des Artikels gar nicht so abwegig, denn es ist wirklich so, dass Menschen in der Virtualität anders an reale Gegenstände oder Personen rangehen, als wenn diese Gegenstände oder Personen im Raum sind.

      So leicht wie Sie mich für jemand anderen hielten könnte man das fast glauben, ja. :P

      Aber ernsthafter: Mir erschien etwas ganz anderes als Grundgedanke des Artikels. Nämlich das „alle“ die die Filter kritisieren und ablehnen deshalb irgendwelche Spinner sind. Oder „Netz-Anarchos“ wie der Autor es titulierte. Genau deshalb fühlten sich einige offenbar auch beleidigt, weil sie den Aufmacher der Kolumne ähnlich verstanden.
      Es ist sicher richtig das man auch hier nicht unfreundlich werden sollte, aber das Filtergegner hier mehr als unfair dargestellt werden sollten ist eher noch eine Untertreibung als eine ungerechtfertige Ablehnung des Textes.
      Jeder der die Debatte in den Blogs genau mitverfolgt hat, weiß wieviel Mühe sich alle mit sachlichen Argumenten gegeben haben. Nicht nur das, ausgerechnet das was der Professor dort beschrieb, hat mit den Leuten, die die Debatte klar dominierten, überhaupt gar nichts zu tun.
      Generell sahen sich alle Menschen, die sich angesichts Leyens Plänen vor den Kopf gestoßen fühlten, über die letzte Zeit recht oft als Ziel von ungerechtfertigten Diffamierungen.

      https://bluearchive.wordpress.com/2009/05/10/respektabel/

      Irgendwann ist das Faß einfach voll.

      Wenn man z.B. über Gruppen von Bürgerrechtlern, Netzaktivisten und Bloggern spricht, sollte man diese auch genau so bezeichnen und hier nicht mit Sprüchen über Kommunisten, Netz-Anarchos, Kriminelle und anderen ankommen, die sicherlich auch „irgendwelche Freaks“ sind. Wer aber in genau dieses Horn stößt, muss sich auch nicht wundern, wenn diese Menschen sich böswillig missverstanden fühlen.
      Auch jemand der gänzlich anderer Meinung ist, also Filter befürwortet, kann wohl kaum behaupten hier sachlich vorgegangen zu sein, benutzt er solche Mittel.

      Wer über dieses Thema schreiben will, muss auch auf den großen Blogs wie Lawblog.de oder Spreeblick.com die Beiträge dazu gelesen haben. Und dort wird man nur qualitativ relativ hochwertige Beiträge dazu finden.

      Genauso wie ich es sinnlos finde, dass Menschen, die urheberrechtlich geschützte Dateien ins Internet stellen und gleichzeitig die Strafverfolgung anstößig finden. Das ist der gleiche Pöbler, der in der 80er Zone mit 250 Sachen geblitzt wurde, wo er sich danach aufregt, dass er erwischt wurde und sowieso keinen gefährde, weil er ja ein so super Autofahrer ist.

      Aber was hat das mit den Netzfiltern zu tun? Wer zu dem Thema was zu sagen hat soll das bitte tun und sich nicht plötzlich über völlig andere Themen auslassen. Fehlen die Argumente zum eigentlichen Thema, oder was ist hier der Grund?

      Auch hier wieder: Kritikern der Netzfilter muss es doch wie Diffamierung vorkommen, wenn zum Thema Netzfilter plötzlich über Leute gesprochen wird, die sich über Strafverfolgung wegen urheberrechtlich geschützten Inhalten aufregen würden. Es ist doch naheliegend, dass es wie die Andichtung klingen muss, dass beide zur selben Gruppe gehören würden.
      Das es 2 verschiedene Gruppen sind ist ja offensichtlich, weil im Rahmen der Zensurdebatte Beschwerden über Strafverfolgung bei eventuellen Urheberrechtsverletzungen AFAIK nirgends dabei standen…

      Insgesamt muss man wieder sagen: So schafft man Nebenkriegsschauplätze, so schafft man es irgendwann gar nicht mehr über das eigentliche Thema zu reden. Sondern über völlig andere Dinge. Methoden wie diese werden oft verwendet und sie sind verachtenswert. Sie lenken nur davon ab, worüber bei diesem Thema wirklich gesprochen werden sollte. Und zumindest von den Netzbürgern auch ausufernd gesprochen wurde.

      Genau das hier

      http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/06/18/trete-ich-aus-der-spd-aus/

      ist das Thema und nichts anderes. Wer konstant andere Dinge ins Spiel bringen möchte, hat womöglich noch andere Ziele.

      Ich finde es sowieso immer eigenartig, wenn Leute soviel Kraft aufbringen um Menschen, die nicht möchten das eine Polizeibehörde ohne richterliche Genehmigung Filterlisten erstellen darf, irgendwie an den Karren zu fahren, damit (Filter) dann aber nicht das geringste Problem zu haben scheinen. Warum das so ist, hat mir aber auch noch nie jemand wirklich erklären können.
      Zu wollen, dass das Grundgesetz eingehalten wird, kann doch nicht unwichtiger sein als das?

      Man beachte: Ich habe KEINE Aussage zu meiner Meinung über das Urheberrecht geäußert, nur um vorschnelle Meinungen, und falschen Anschuldigungen entgegenzuwirken.

      Warum ist es Ihnen dann so wichtig zum Thema Netzfilter irgendwelche Urheberrechte in Erwähnung zu bringen?

      Wenn Sie Ihre Meinung zu Urheberrechten nicht äußern möchten, dann sollte es doch genügen einfach nicht über diese zu sprechen? Diese selbst ins Gespräch zu bringen, aber nicht über diese sprechen wollen… Seltsam!

      Und keine Angst, ich sehe keinen Grund hier vollkommen offtopic zu gehen und über etwas zu sprechen, dass wirklich nichts mit der Sache zu tun hat, um die es hier eigentlich geht.

      Aber ich bin mir sicher, irgendwer findet irgendwas “schlechtes”. So ist der Mensch :)

      Es hat ganz den Anschein.

      Und weil jetzt gleich die Bibo schließt, mache ich Feierabend.

      Wie gut das Blogs keine Öffnungszeiten haben…

  2. 20/06/2009 1:45 PM

    Ja, der Grundgedanke, den sie erkannt haben, wird wohl auch der wahre des Autors gewesen sein. Das Problem ist halt die Vertrauensfrage, wo Politiker immer wieder zeigen, dass man ihnen nichts mehr glaubt, vor allem wenn es um die Einschränkung der Freiheit geht. Auch wenn die Wirksamkeit in Frage gestellt werden kann, finde ich trotzdem den Ansatz, Kinderpornographische Seiten zu sperren richtig (es darf natürlich nicht der einzige Ansatz bleiben in Bezug auf Kinderpornographie im Internet). Aber man glaubt es den Politikern einfach nicht mehr, dass es dabei bleiben soll (siehe die Diskussion um gameware.at oder Killerspiele).

    Allerdings kann man auch wie folgt argumentieren:
    Wenn etwas in Deutschland verboten ist, dann könnten Seiten, welche zum Gesetze-Brechen animieren, auch gesperrt werden, auch wenn die Seiten im Ausland sind. Der Nutzer sitzt aber am deutschen Platz und bricht das Gesetz in Deutschland. Also warum sollte man da nicht auch Netzsperren errichten?

    Und ich kam auf „völlig andere Themen“ zu sprechen, nicht weil ich keine Argumente mehr habe, sondern weil meiner Meinung nach viele Nutzer (nicht alle, und ich wage auch keine Prozentzahl zu schätzen) sich hinter dem ehrhaften Grund der „Petition“ verstecken, die Angst haben, dass Seiten gesperrt werden, die eben genannte Anforderungen erfüllen, aber doch für eben diese Nutzer einen Zweck erfüllen, den sie sich nicht nehmen lassen wollen. Und das nenne ich Heuchlerei, was ich mit dem Geschwindigkeits-Beispiel versucht habe auszudrücken (vllt etwas ungünstig).

    Sie schreiben:
    „Wenn Sie Ihre Meinung zu Urheberrechten nicht äußern möchten, dann sollte es doch genügen einfach nicht über diese zu sprechen? Diese selbst ins Gespräch zu bringen, aber nicht über diese sprechen wollen… Seltsam!“

    Das wäre wirklich etwas seltsam. Allerdings bitte ich zu beachten, dass ich an keiner Stelle gesagt habe, dass ich meine Meinung zum Urheberrecht nicht äußern möchte. Ich habe nur angemerkt, dass ich meine Meinung nicht durch das darüber Geschriebene ausgedrückt habe. Es kommt nämlich vor, dass das, was geschrieben wurde, in einem falschen Kontext verstanden wird, weil Menschen zu schnell und nicht tiefgründig lesen. Deswegen war mir es wichtig, diesen Zusatz anzumerken. Dass ich damit allerdings mehr Verwirrung gestiftet habe, war mir nicht bewußt.

    Abschließend möchte ich auch wieder nur anmerken, dass ich auch gegen das Gesetz, wie es gerade im Bundestag verabschiedet wurde, bin.

    „Wie gut das Blogs keine Öffnungszeiten haben…“

    Yo, das finde ich auch :)

    • 20/06/2009 3:55 PM

      Auch wenn die Wirksamkeit in Frage gestellt werden kann, finde ich trotzdem den Ansatz, Kinderpornographische Seiten zu sperren richtig (es darf natürlich nicht der einzige Ansatz bleiben in Bezug auf Kinderpornographie im Internet).

      Ich überhaupt nicht, einfach deshalb weil es viel zu einfach ist, der Sache mit Löschung beizukommen. Das ist ja längst belegt worden.

      http://ak-zensur.de/2009/05/loeschen-funktioniert.html

      Das zeigt auch überdeutlich was von den Aussagen der Politik zu halten ist, woraus wiederum folgt das hier jegliches Vertrauen fehl am Platz ist. Niemand der Support verdient hat verhält sich so.

      Allerdings kann man auch wie folgt argumentieren:
      Wenn etwas in Deutschland verboten ist, dann könnten Seiten, welche zum Gesetze-Brechen animieren, auch gesperrt werden, auch wenn die Seiten im Ausland sind. Der Nutzer sitzt aber am deutschen Platz und bricht das Gesetz in Deutschland. Also warum sollte man da nicht auch Netzsperren errichten?

      Ich finde nicht das man das kann.

      Man sollte erstmal nichts zusätzlich präventiv angehen, was sowieso schon z.B. durch das Strafrecht geregelt ist.

      Meiner Sicht der Dinge nach ist es völlig falsch eine weitere Regelung auf etwas draufzusetzen, was ja schon längst durch etwas anderes geregelt ist, nur weil anscheinend die frühere Regelung nicht effektiv genug zu sein scheint. In diesem Fall müsste man sich einfach zuerst mal damit beschäftigen, was wieso bei der ersten Regelung nicht funktioniert und dieses Problem lösen. Mit noch einer Regelung hat man doch vor dem Problem bei der ersten kapituliert und führt nur zusätzliche neue Probleme ein. Meiner Sicht nach, ist es nicht einzusehen, warum genau so verfahren werden sollte, zumal es ja auch deutlich wurde, dass solche Meldungen etwa auf dem Dienstweg beim BKA versanden. Jeder Politiker der von mir ernst genommen werden möchte, würde sich zuerst hier kümmern.
      Allein der AK Zensur hat ja schon bewiesen, dass es nur für einen einzigen Menschen, der sich mal kurz hinsetzt und anfängt Mails zu schreiben, schon in Minuten möglich ist auf sanftestem Wege Löschung entsprechender Inhalte zu erreichen. Völlig ohne Zwang oder sonstige Methoden.

      http://ak-zensur.de/2009/06/bka-dienstweg.html

      Ich halte es da wie das Bundesverfassungsgericht, dass mal in einem seiner Urteile sagte, dass es nicht die Leute sind die Freiheit wollen, die sich dafür rechtfertigen müssen, sondern das es die Leute sind die die Freiheit einschränken wollen, die das begründen müssen.

      Und ich kam auf “völlig andere Themen” zu sprechen, nicht weil ich keine Argumente mehr habe, sondern weil meiner Meinung nach viele Nutzer (nicht alle, und ich wage auch keine Prozentzahl zu schätzen) sich hinter dem ehrhaften Grund der “Petition” verstecken, die Angst haben, dass Seiten gesperrt werden, die eben genannte Anforderungen erfüllen, aber doch für eben diese Nutzer einen Zweck erfüllen, den sie sich nicht nehmen lassen wollen.

      Ich kann nur nochmal das Credo des Bundesverfassungsgerichtes zitieren…

      Oder das hier:

      „Man bekämpft die Feinde des Rechtsstaats nicht mit dessen Abbau, und man verteidigt die Freiheit nicht mit deren Einschränkung“, hieß es in einem Aufruf der Humanistischen Union von 1978.

      Ich sehe darin zudem normalerweise nur den Versuch die Unterzeichner und deren Anliegen natürlich, zu diskreditieren. Wenn Befürworter des Gesetzes das sagen.

      Meiner Erfahrung nach ist es außerdem so, dass gerade Leute die von sich glauben irgendwelche bösen Urheberrechtsverletzer zu sein, Angst haben sich an solchen Unternehmungen zu beteiligen und viel lieber die Füsse still halten. Bl0ß nicht auffallen usw…

      Es soll ja sogar recht viele Leute gegeben haben die nicht unterzeichneten, weil sie Angst hatten dadurch in die Nähe von Kinderschändern gerückt zu werden. Spätestens hier zeigt sich auch mal wieder wie perfide dieses System sein kann.

Trackbacks

  1. Internetsperren 17.06.2009: Artikel und Kommentare « Wir sind das Volk

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: