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Die Nacktscanner

02/01/2010

Wegen einem Fall, in dem irgendwer es schaffte einen Sprengsatz in ein Flugzeug zu schmuggeln (natürlich ist der für die Politik und Öffentlichkeit springende Punkt dabei nicht, dass gar nichts passiert ist und die Sache verhindert werden konnte), soll man jetzt also überall Nacktscanner brauchen.
Es geht einmal mehr primär um Symbolpolitik und Aktionismus, als um irgendeine Substanz. Es hat ganz den Anschein, dass die Politik sich sehr bemüht, möglichst schnell zu zeigen, dass aus dem kaum vergangenen Fiasko um die Internetfilter, ganz selbstverständlich gar nichts gelernt worden ist. Hatte man doch auch da letztlich zugegeben [1], dass über 10 Monate Medienrummel am Ende doch nur irgendwie für die Wahl inszeniert wurden.
Da in all diesen Gesetzgebungsprozessen „für die Sicherheit“ ein einziges Vorkommnis (zudem meist völlig ohne Gegenwind) jeweils als vollkommen ausreichende Legitimation (beliebige neue Maßnahmen einzuführen) dargestellt wird, muss man sich mal konsequent vorstellen, was passieren müsste, sobald auch ein Nacktscanner überlistet wird. Abwegig ist das nicht. Was sich im Körper befindet bzw. in einem künstlichen Bein etc. wird damit auch nicht gefunden (immer vorausgesetzt, die Geräte funktionieren richtig, werden richtig bedient und das Sicherheitspersonal ist nicht bestochen). Jemanden, der unter Umständen sogar bereit ist zu sterben, dürften all diese „Unannehmlichkeiten“ sicherlich nicht mehr abschrecken.
Wie lassen sich Nacktscanner aber dann noch übertrumpfen? Es bleibt doch nur noch, die Passagiere dann buchstäblich auszuziehen und womöglich gleich noch in einen Kernspintomographen zu stecken. Oder alle Leute zu betäuben und über die gesamte Flugdauer in Bewusstlosigkeit zu halten…
Es sollte doch wirklich glasklar sein, das man hier so nicht weiter kommt. Wozu also weiterhin auf dieser Strategie beharren? Da wird doch wieder nur ein Schily gezogen.

[1]

Der Minister gab handwerkliche Fehler beim sogenannten Zugangserschwerungsgesetz für Stoppschilder im Internet zu. Das Gesetz zum Schutz vor Kinderpornografie sei im Endspurt des Wahlkampfes auch deshalb entstanden, um die CDU gegenüber anderen Parteien abzusetzen.

zeit.de

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