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Too Many Mutha’uckas*

30/03/2010

Nach bereits zwei Klicks kann man im Internet Kinderpornos anschauen.

http://blog.zdf.de

Einem rational veranlagten Menschen würde man jetzt ja entgegnen, dies einfach mal schnell zu belegen. 2 Mausklicks sind immerhin in einem Herzschlag erledigt. Er würde selbstverständlich kläglich scheitern und die Sache wäre vom Tisch. Aber genau hier, schon im ersten Moment der Auseinandersetzung damit, gibt sich das wahre Problem zu erkennen: Man hat es nicht mit rationalen Menschen zu tun. Es geht hier nicht um Fakten, Tatsachen oder irgendeine sonstige Form von gesundem Menschenverstand. Das komplette Begehren ist nichts als das unkontrollierte Ausscheiden von „Symbolpolitik“ (bestenfalls so hilfreich wie das Schwarze unter den Fingernägeln), dem MISSBRAUCH von (künstlich) hochgekochten Emotionen und „der guten alten“ Demagogie. Vernunft? Fehlanzeige. Die hat hier das Nachsehen [1].
So braucht man auch nicht lange analysieren, was von all dem zu halten ist, muss man sich doch allen Formen der Vernunft konsequent verweigern, um hier mitmachen zu können.
Ich bewundere die Leute, die immer noch sagen, die Zensursels dieser Welt müssen eben weiterhin mit Argumenten beworfen werden, um sie so zu überzeugen. Aber das wird nichts werden. Eben deshalb.^^ Es ist an der höchsten Zeit, dass mit in die Rechnung herein zu nehmen. In der Politik und bei den Entscheidern sitzen sie, die Schläfer [2]. Sie wissen um ihre unangreifbare Position und lassen keine Situation verstreichen um zu demonstrieren, wie sie jede noch so große und qualitativ wertvolle Aktion mit einem mühelosen, herablassenden Grinsen beiseite zu wischen vermögen. Es ist auch ohne Belang um welches Thema es sich drehen mag, es ist immer das gleiche Schema. Selbst viele Monate später verhält man sich so, als wisse man einfach nichts zum Thema und könne daher nur das gleiche, völlig unveränderte herunterbeten, dass man schon ganz zu Beginn von sich gab. Scheuklappen-Zensursula hat es auch ungerührt bis zum letzten Moment durchgezogen [3]. Für die Sache ist es auch weiterhin bedeutungslos, ob nur noch Gesichtswahrung betrieben wird, oder man wirklich völlig merkbefreit ist. Das Ergebnis ist immer das Gleiche.
Nüchtern betrachtet kann die Suche nach Diskussion mit Menschen, die nach Monaten noch vorgeben nichts von dieser mitbekommen zu haben (weil ihnen nichts zu peinlich ist), nur überwiegend verschwendete Zeit sein. Aktueller Vergleich (nicht Gleichsetzung): Obama hat seinen Health Plan auch nur durchbekommmen, weil er irgendwann die sinnlosen Verhandlungen mit den Republikanern aufgab. Ein Festhalten an Reconciliation hätte letztlich bloß alle seine Pläne scheitern lassen und seine Demokraten wie sich selbst vollständig blamiert – dies waren nur die Zutaten für einen Sieg für die Gegenseite. So hingegen konnte er es als wichtigen innenpolitischen Erfolg für sich verbuchen.
Was bleibt also? In meinem doch sehr technikfeindlichen, reaktionären Umfeld ist mir aufgefallen, dass Leute urplötzlich selbst z.B. schnelles Internet wollen, wenn sie erst mal damit angefangen haben es zu benutzen und somit dessen Wert zu erkennen, für sich selbst zu entdecken. Wurde ich erst noch mit Häme überzogen, als ich selbst davon sprach, mit einem langsamen Anschluss unzufrieden zu sein, so kann es der gleichen Person auf einmal gar nicht mehr schnell genug sein und wenn nur ein Video geschaut werden soll. Langfristig sehe ich solche Wege als einzige Hoffnung. Wenn Leute erst mal selbst erfahren haben, dass das Internet nicht das pure Böse ist, sondern eigentlich eine verdammt tolle Sache, dann wollen sie es nicht nur benutzen, sondern beginnen gar damit sich daran zu stören, will man es ihnen wieder verbieten und auf bizarre Weise regulieren – aufgrund fragwürdiger Behauptungen. Dann erst denken sich so Betroffene, wieso ihnen irgendwer Steine in den Weg zu legen sollte, obwohl sie doch nur Kommunizieren und Nachrichten lesen wollen. Jeder weiß für sich schließlich genau, dass er da nichts schlimmes macht, insbesondere nichts, das Kontrolle bedarf. Der Alltag im Netz ist nämlich so unglaublich harmlos… Klingt vielleicht naiv, aber wie bei der Vorratsdatenspeicherung, hat man es hier mit einer Sache zu tun, die fast nur „Unschuldige“ trifft, gewiss jedoch nicht die Leute, für die es vermeintlich eingeführt werden sollte. Das sollte, das DARF man dabei nie vergessen! Solange die Zeiten, in denen sich jeder auch noch so große Unfug mit letztlich grob lächerlichen Beteuerungen durchsetzen lässt, nicht enden, bleiben all die positiven Umschreibungen für unsere Gesellschaft nichts als bloße Euphemismen – die wiederum gern von Politikern gleichen Schlags vorgebracht werden.

Und zum ZDF – immerhin gibt es in dem Schuppen auch noch Mitarbeiter, die wissen was sie tun. Das gibt Hoffnung:

Gegen Placebo-Gesetze: Warum Netzsperren sinnlos und gefährlich sind

[1]

Wohl doch nicht so “alternativlos”, wie monatelang behauptet: Schwarz-Gelb kündigt nun eine neue Initiative für ein “Löschgesetz” an

[2]

Er muss die vergangenen Monate schlafend verbracht haben: Keine basisdemokratische Bewegung hat dermaßen laut für ihre Sache gekämpft wie jene Gruppe, der Heine vorsteht. Alles ist im Internet belegt, Briefe an Abgeordnete sind veröffentlicht, Argumente gegen das Gesetz für jedermann gut einsehbar dokumentiert.

http://www.sueddeutsche.de/computer/900/504116/text/

[3]

Der Minister gab handwerkliche Fehler beim sogenannten Zugangserschwerungsgesetz für Stoppschilder im Internet zu. Das Gesetz zum Schutz vor Kinderpornografie sei im Endspurt des Wahlkampfes auch deshalb entstanden, um die CDU gegenüber anderen Parteien abzusetzen.

zeit.de

*Since I had trouble coming up with a title, I simply chose the track name I stumbled across, while writing this (don’t forget to turn „dance moves“ on!).

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