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Die freie Welt und die Leaks

07/12/2010

Deswegen finde ich die Wikileaks-Sache so spannend, man erfährt das in Echt alles fast genauso abläuft wie in einem entsprechenden Genre-Streifen. Hetzner will bei sich erst gar keine Mirrors erlauben, Amazon wirft die Seite schon mal vorab raus, bevor es überhaupt entsprechenden Druck gibt und nach Paypal kündigt sogar schon die erste Bank (die Schweizer Postfinance) ein Konto. Alles in allem stellt sich die „freie Welt“ ein kaum zu übersehenes Armutszeugnis aus und belegt wie Demokratie wirklich gelebt wird, ohne das sie tatsächlich in einem kritischen Härtefall auf die Probe gestellt würde. Die paar Cables können schließlich wohl kaum als ein solcher gezählt werden. Die Dokumente sind zwar für Interessierte ganz nett zu lesen, aber die Inhalte sind eher nicht so erschütternd, dass sie bestimmte Reaktionen rechtfertigen würden. Vielmehr wird hier die herrschende, selten hinterfragte Mentalität entblößt, DASS MAN SOWAS EINFACH NICHT MACHT! JAWOHL! NICHT MIT JEMANDEM DER IN EINEM AMT IST!!! *stampf*
Wie diese Leute drauf sind, zeigt sich ständig erneut im Umgang mit veröffentlichten Daten, was schließlich nicht rückgängig gemacht werden kann. Niemand, der rational handelt, würde versuchen nach einer Veröffentlichung eine bestimmte Seite zu schließen, um so eine Verbreitung zu verhindern. Es müsste jedem klar sein, dass das einfach keinen Sinn mehr ergibt. 2011 wird sicherlich weltweit noch viel restriktivere Forderungen nach Netzkontrolle mit sich bringen, als sie bisher schon quasi im Wochentakt die Schlagzeilen „bereicherten“.
Wikileaks mag ja nichts als eine Seite sein, die an sie übergebene Dokumente publiziert, aber jetzt haben sie, ohne es auch nur zu versuchen, allein durch ihre bloße Existenz so einiges enthüllt – oder dazu gebracht sich selbst zu enthüllen.

//Update 7/12/2010

Natürlich ist es noch nicht vorbei und die nächsten Details wurden bekannt, die zeigen wie umfassend hier agiert wird:

Wau-Holland-Stiftung – Geldgebern von Wikileaks drohen Sanktionen / Die Geschichte über die Wau-Holland-Stiftung und #Wikileaks war wohl eher eine Ente

MasterCard pulls plug on WikiLeaks payments

MasterCard and Visa have cut off support for WikiLeaks […] but you can still use those cards to support overtly racist orgainsations supported by the Ku Klux Klan / New #VISA „Life takes“ Ad leaked

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