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Was das Netz nicht braucht

10/02/2011

Wann immer aus der Politik etwas zum Internet (oder besser dessen fieberhaft herbeigesehnter „Regulierung“/Zensur/Zerstörung) vernommen werden kann, liegt man ja meist goldrichtig damit, sich warm anzuziehen. Den typischen, ideologisch verbrämten Wahnsinn hält schließlich niemand auf vollen Magen aus.

„Wir brauchen eine Ethik fürs Netz“

Dieses, sowie folgende Zitate stammen von heise.de

Nennt sich u.a. Netiquette und existiert schon immer. Seit es möglich ist was ins Netz zu schreiben. Eine solche Netiquette gab es schon, bevor ich schreiben konnte… Aber der Elefant im Raum ist ja sowieso: Wieso sorgt sich ein Politiker um „Ethik im Netz“? Was ist mit Ethik in der Politik und/oder Wirtschaft? So ein heißes Eisen traut man sich dann doch nicht anzufassen? Was ist außerdem dringlicher?

Dabei gehe es darum, „wie wir mit der Freiheit im Netz umgehen“.

Dude, nur soviel: Man lebt und genießt sie in vollen Zügen, so lange es noch geht. Lange kann es sie schließlich nicht mehr geben, wenn man sich ansieht welche Gruppen bei der Gestaltung der Zukunft des Netzes ausschließlich zum Zug zu kommen scheinen. Eigentlich hat es sich ja jetzt schon deutlich dem Negativpunkt genähert. Vor 10 Jahren war es recht egal was irgendwer ins Netz schrieb, hochgradig unwahrscheinlich das es irgendjemand zum Anlass genommen hätte, sofort zum nächsten Anwalt zu rennen. Jetzt haben manche schon fast eine Agentur unter Vertrag, die den ganzen Tag lang Ego-Surfing betreibt. Von den Abmahnungen, die seit ~5 Jahren an jeder Ecke drohen, will ich gar nicht erst wieder anfangen. Das man jetzt nicht mal mehr Nicks (wobei die ja, wenn überhaupt, nur was mit Pseudonymität zu tun haben, aber garantiert nicht mit Anonymität – das wird fast ständig missverstanden) nutzen können dürfen soll, ist da nur das i-Tüpfelchen.
Auch wenn der neue Perso zwar derzeit beim Interneteinsatz ausdrücklich Pseudonyme erlaubt, kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass so mancher Hardliner gerne in dessen Richtung schielt, um so langfristig jedwede Internetnutzung an eine solche Lösung zu koppeln, da nichts umfassender eine Einwahl ohne bürgerlichen Namen abschaffen würde. Das wäre natürlich das totale Ende jeder wirklich demokratischen Nutzung. Man muss sich mal vorstellen, abseits des Bildschirms müssten alle Menschen jederzeit mit permanent angeklebten Namensschildern herumlaufen, oder jemand würde genau das allen Ernstes fordern…

Dabei dürfe das Internet „kein rechtsfreier Raum sein“.

Früher™ hat mich dieser Spruch wahnsinnig genervt, inzwischen freue ich mich nur noch, da die Offliner sich damit so leicht und schnell selbst zu erkennen geben. Dieses derzeit sehr aktive Mantra stellt wirklich den intellektuellen Bodensatz in der Anti-Netz Rhetorik dar. Diverse Seiten, die ausschließlich Abmahngründe zählen, kommen allein auf 601 Fälle, in denen arglose User hautnah selbst erleben dürfen, wie „rechtsfrei“ dieser „Raum“ wirklich ist… Aber wer in der Politik orientiert sich bei seiner Meinungsbildung schon an irgendwelchen Fakten. :)

Politiker von CDU und CSU plädieren aber dafür, zentrale Filterlisten schnell einzuführen.

Und hier nochmal schnell zusammengefasst, wie CDU/CSU mit der Freiheit im Netz umzugehen gedenken (will die anderen nicht in Schutz nehmen, aber SPD/Grüne/FDP fordern sowas deutlich seltener – zumindest derzeit). Ist beinahe witzig, welch kognitive Dissonanz hier beständig herrscht, wenn im gleichen Atemzug von Freiheit und möglichst schneller Einführung von Filtern die Rede ist.

Grundsätzlich müsse die Rolle des Staates in der Online-Welt neu gefasst werden.

Natürlich ist hier an dieser Stelle ausdrücklich NICHT gemeint, sich künftig nicht mehr an Machenschaften zu beteiligen, die eine Regierung schlecht aussehen lassen, wenn sie jemand leaken sollte. :P

Beim ersten Boom des Internets Anfang der 1990er seien staatliche Regelungen eher kritisch beäugt worden.

Guter Witz, als ob eine nennenswerte Anzahl von Politikern vor 2000 gewusst hätten das es das Internet überhaupt gab. :D :P

Die jüngsteFinanzkrise habe aber gezeigt, dass Selbstregulierung ihren Preis habe.

Klar, wenn wegen diversen unregulierten Bankstern eine weltweite Wirtschaftskrise ausbricht, ist der logisch korrekte Schritt natürlich, das Internet zu regulieren… Aber um keinen Preis eine Bank. *boom*

Normalerweise sei es ein Zeichen von Höflichkeit, dass sich der Bürger „zu sich selbst bekennt“.

Genau, deshalb sieht auch z.B. jeder Ladenbesuch so aus, dass man erst mal den Perso vorzeigt und seinen Namen an der Kasse noch vor dem „Guten Morgen“ nennt. Und überhaupt überall. Bravo!

Er warf die Frage auf, was die „ständige Verwendung“ von Pseudonymen „für Rückwirkungen auf die reale Welt haben wird“.

Uh, da Pseudonyme im Internet seit dessen Existenz benutzt werden, was schon ein Weilchen her ist, darf die Antwort hierauf getrost ein „gar keine“ sein…

Die Bürger würden aber schon heute „an allen Großvorhaben der Bundesregierung“ beteiligt, wie etwa die Gesprächsrunden des Innenministers zur Netzpolitik voriges Jahr zeigten.

So wie man auch Experten einlädt und dann deren Rat komplett missachtet? Leute einladen und sprechen lassen, aber an der bereits fertig gefassten Meinung festhalten ist keine Beteiligung. Jeder der auch nur ein bisschen das Drama zu Netzsperren verfolgt hat, bekommt davon jetzt noch feuchte Augen.

[1]

CDU – Im Labyrinth der Konten

Zumindest ab dem 1. Januar 1991 wurde für die Konten Buch geführt – aber die Nachweise sind verschwunden. In Hüllens Notizen finden sich starke Indizien, was mit ihnen geschah: „Kassenbücher beide vernichten? Ja, lt. Dr. Wettengel“.

Datiert ist die Notiz aus Hüllens Büro vom 13. Dezember 1999. Hörster und Schäuble erklären, ein solcher Vorgang sei ihnen „unbekannt“. Michael Wettengel, der Leiter des Fraktionsbüros, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

[…]

Erst am 30. Januar wurden die 1,14 Millionen Mark im Büro Wettengel an den CDU-Spendenverwalter Hans Terlinden übergeben. Niemand kam auch nur auf die Idee, sich den Vorgang quittieren zu lassen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17217622.html

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