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Der PORNO Pranger

30/08/2012

Die Tage geistert immer mal durch die News, dass eine Abmahnkanzlei die Namen von Anschlussinhabern veröffentlichen will, über deren Anschlüsse Pornos via P2P getauscht worden sein sollen. Selbstverständlich ist das bedenklich, immerhin wird so öffentlich ein Bezug zwischen den Namen der Anschlussinhaber und Pornokonsum hergestellt, obwohl es unwahrscheinlich ist das der namentlich genannte Anschlussinhaber auch der P2P-Teilnehmer war (da der typische Anschluss nun mal von mehreren Personen genutzt wird, auch wenn es kein offenes WLAN gibt), sogar WENN man unterstellt, dass die Anschuldigungen bezüglich des Anschlusses an sich korrekt wären (das alles umfasst noch nicht einmal, dass selbst ein tatsächlich „Schuldiger“ an keinen Pranger gestellt werden sollte).
Hat es nicht aber auch beinahe etwas positives, für Leute die dieser Industrie kritisch gegenüber stehen? Zunächst wird einmal mehr deutlich gemacht, dass es diese Abmahnindustrie sehr wohl gibt und entsprechende Verfolgung mutmaßlicher Urheberrechtsverletzer permanent stattfindet, weiterhin werden deren Methoden so einer immer größeren Öffentlichkeit vorgeführt. Abgemahnte mit solchen Mitteln einschüchtern zu wollen ist sicherlich nichts neues, damit sie doch so schnell wie möglich so viel wie möglich zahlen, findet normalerweise aber eher im Verborgenen statt. Wer sich nicht gezielt darüber informiert, wird dazu wenig erfahren.
Gleichzeitig gibt eine Kanzlei die so verfährt doch damit fast automatisch eine Kapitulationserklärung ab. Könnten sie noch alle verklagen die sie schon abgemahnt haben, um auf diesem Wege an ihr Geld zu kommen, müssten sie sich nicht solcher Methoden bedienen, dass hätten sie dann erst gar nicht mehr nötig. Schließlich haben Abmahner durch Dinge wie den fliegenden Gerichtsstand viele Trümpfe in der Hand. Nein, es handelt sich klar um eine weitere Eskalationsstufe, mit der noch ein paar Leute zum Zahlen bewegt werden sollen, von denen sie bisher kein Geld gesehen haben, weil bei ihnen alle vorigen „Überredungsversuche“ scheiterten. Zudem stellt das bloße Veröffentlichen auf eigenen Seiten ein absolutes Minimum an Aufwand dar.
Man sollte auch nicht vergessen, dass so Verfolgte die Möglichkeit haben könnten einstweilige Verfügungen zu erwirken und dann könnte es zu der sehr seltenen Situation kommen, dass die ganze Lage ausnahmsweise mal den Abmahner Geld kosten könnte.

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