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Vereint gegen „Gamer“

14/10/2019

Wie jämmerlich und verfehlt das Vorgehen mancher Politiker und Teilen der Öffentlichkeit fast jedes Mal ist, wenn es schon wieder um „Gamer“ geht (eine Diskussion die bezeichnenderweise meistens auch nur dann ausgegraben wird, wenn man jemandem den schwarzen Peter zuschieben möchte), habe ich ja schon beschrieben. Was mich fast genauso hart schockt, ist wie extrem dünn die Faktenlage tatsächlich ist, die hier als Rechtfertigung herhalten muss, um allen möglichen Schwachsinn zu fordern.

Dies gilt für entsprechende Politiker und Journalisten. Unter anderem Gensing von der ARD hat heute einen Artikel online gestellt, in dem er als besten Beleg für seine These den Screenshot einer Steam Gruppe vorweisen konnte, die insgesamt VIER Mitglieder hatte. Steam hat über 125 Millionen aktive User im Monat. Jetzt möge doch bitte mal jeder ausrechnen was für einen Anteil das ausmacht. I know, right?!? Ich wünschte der Anteil von rechtsextremen Gesinnungen in der deutschen Politik wäre so niedrig! Aber dort wird es selbstverständlich zu keinerlei Verboten kommen.

Auch die Politikerin Renate Künast hat es sich nicht nehmen lassen, sich hier eindeutig zu positionieren. Als Beleg führte sie in ihrem Tweet einen Artikel von 2017 auf, der ein Video von 2016 enthielt. Auch sie griff damit gewiss zum besten Beleg für ihre Haltung, den sie finden konnte.

Man muss sich hier wirklich mal vor Augen führen, wie extrem dünn die Faktenlage von Leuten ist, die hier Sachen wie Bundestrojaner, Netzfilter und Online-Durchsuchungen fordern. Diese Menschen brauchen fast nichts, um ihre Vorurteile beizubehalten, wenn sie über etwas herziehen, was sie weder kennen noch verstehen. Es ist so grauenvoll, wenn man sich am Ende ansehen muss, was passiert ist, basierend auf solchen Grundlagen, die völlig offensichtlich purer Bullshit sind. Hier kommen auch plötzlich die Politiker fast aller Parteien zusammen, egal ob sie in CSU, SPD oder bei den Grünen aktiv sind. Einen solchen Schulterschluss sucht man bei anderen Themen natürlich vergebens.

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